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30. Sep 2021

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Gesellschaft

Mit einem blauen Auge durch die Krise

Journalist: Armin Fuhrer

Die Branche steht vor neuen Herausforderungen, sagt Dirk Dingfelder, Vorsitzender des Fachverbands Sicherheit im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

Dirk Dingfelder, Vorsitzender des Fachverbands Sicherheit im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.; Foto: Kajetan Kandler

Viele Branchen sind schwer von der Pandemie getroffen. Wie hat sich der Markt für elektronische Sicherheitstechnik entwickelt?

Wir sind verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen. Wir hatten 2020 insgesamt ein Plus von 1,6 Prozent, nachdem wir zwischenzeitlich schon mit einem Minus von rund zehn Prozent gerechnet hatten. Unser Problem war nicht in erster Linie Deutschland, sondern auch der Weltmarkt. In vielen Ländern gab es pandemiebedingt immer wieder Verzögerungen bei Bauvorhaben und zu-dem kaum neue Projekte. Aber ich gehe davon aus, dass die Branche längerfristig nicht unter der Krise leiden wird. Das Bedürfnis nach Sicherheitstechnik ist ja nicht verschwunden. 

Wie sieht es bisher 2021 aus?

Rund 74 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen unseres Fachverbands beurteilen die aktuelle Geschäftslage als positiv, ungefähr ein Viertel dagegen als neutral oder schlecht. Deshalb hoffen wir, dass wir gegen Ende des Jahres die Steigerung von 2019 etwa wieder erreichen, als wir ein Wachstum von fast fünf Prozent schafften. Ich kenne auch persönlich kein Unternehmen, das im großen Stil Mitarbeiter entlassen musste. Das ist gut, denn Fachkräfte sind schwer zu bekommen. Insgesamt sind wir mit einem blauen Auge aus der Krise herausgekommen.

Gibt es Bereiche, die stärker wachsen als andere?

Ja, das trifft besonders auf den Bereich der Videotechnik zu. Das kommt einerseits daher, dass die Technologie längst digital ist und große Fortschritte macht und andererseits durch das allgemein wachsende Sicherheitsbedürfnis. Mit Videosystemen können zum Beispiel große Menschenmengen und ihre Bewegungen am Flughafen, Bahnhof oder im Fußballstadion beobachtet werden, um unter Umständen steuernd einzugreifen. Dabei muss der Datenschutz natürlich berücksichtigt werden. 

Welche Rolle spielt die Digitalisierung und Vernetzung in der Sicherheitstechnik?

Eine ganz wichtige. Das Thema hat zwei Aspekte: Zum einen die Digitalisierung im eigenen Unternehmen und damit die Optimierung der eigenen Prozesse, und zum anderen die Sicherheit und hier besonders die Cybersicherheit. Cyberkriminelle wer-den immer raffinierter und finden immer wieder neue Möglichkeiten, um Daten von Unternehmen abzuzapfen. Es ist eine große Herausforderung, mögliche Schlupflöcher, die sich über die Vernetzung von Sicherheitstechnik ergeben, zu schließen. Im ZVEI haben wir unter anderem aus diesem Grund die „Plattform Gebäude“ ins Leben gerufen, denn das smarte  Gebäude muss auch sicher sein. 

Wofür ist die „Plattform Gebäude“ gut? 

Wir betrachten das Thema Gebäude ganzheitlich, das heißt über die Grenzen der einzelnen Technologien und Gewerke hinweg. Optimierung im Detail wird und muss es immer geben, aber wir brauchen auch den Blick für die Zusammenhänge in modernen energieeffizienten und dabei gleichzeitig nutzerfreundlichen und sicheren Gebäuden. 

Ist die Veränderung der Arbeitswelt im Zeichen von Digitalisierung und Corona dort ein Thema? 

Die Arbeitsabläufe ändern sich hin zu mehr mobilem Arbeiten und digitaler Kommunikation, wie beispielsweise Webmeetings. Das bedeutet, dass weniger Menschen einen festen Arbeitsplatz im Büro haben. Die Unternehmen bauen Büroräume ab, aber gleichwohl wollen Angestellte auch im Büro arbeiten. Um das zu organisieren, gibt es Tools, über die man einen Arbeitsplatz buchen oder eine automatische Überwachung der Luftqualität durchführen kann, um beispielsweise hohe Aerosolansammlungen zu vermeiden. Das ist eine Facette des Zusammenspiels zwischen Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik. Um solche und weitere Aufgaben geht es bei der „Plattform Gebäude“ im ZVEI. 

29. Dez 2025

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Gesellschaft

Vorsorge ab 50 – Sicherheit für Körper und Konto – Ein Beitrag von Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus Europa

Mit dem Älterwerden verändert sich nicht nur der Blick auf das Leben, sondern auch die Verantwortung für die eigene Zukunft. Menschen ab 50 stehen oft mitten im Leben – beruflich erfahren, familiär gefestigt, mit einem klareren Verständnis für das, was wirklich zählt. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Vorsorge zu treffen: für die Gesundheit und für die Finanzen. **Gesundheit: Früher erkennen, besser leben** Ab 50 steigt das Risiko für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Wer rechtzeitig handelt, kann Lebensqualität erhalten und Folgeerkrankungen vermeiden. Auch Impfungen, Zahnvorsorge und Krebsscreenings sind wichtige Bausteine. Prävention bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch aktives Gestalten: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit sind entscheidende Faktoren für ein vitales Altern. >Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. **Finanzen: Klarheit schafft Freiheit** Finanzielle Vorsorge ist ebenso zentral. Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer frühzeitig private Altersvorsorge betreibt – sei es durch Immobilien, Versicherungen oder Fonds – schafft sich Spielraum für die Zukunft. Auch das Thema Pflege sollte nicht verdrängt werden: Eine Pflegezusatzversicherung oder ein klarer Vorsorgeplan kann im Ernstfall Entlastung bringen. Wichtig ist, regelmäßig zu prüfen: Sind alle Unterlagen aktuell? Gibt es eine Patientenverfügung oder ein Testament? Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Angehörige. **Warum jetzt?** Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. Sie schafft Sicherheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das Leben auch im Alter aktiv zu gestalten. ## Fazit Vorsorge ab 50 ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie bedeutet, das Leben bewusst in die Hand zu nehmen – für mehr Gesundheit, finanzielle Stabilität und innere Ruhe. Wer heute vorsorgt, lebt morgen entspannter.

23. Dez 2025

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Gesellschaft

Warum es so wichtig ist, konsequent nachhaltig zu bauen – Ein Beitrag von Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Nachhaltiges Bauen bedeutet weit mehr als energieeffiziente Gebäude oder den Einsatz ökologischer Materialien. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden: von der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zu Umbaumaßnahmen oder den Rückbau. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Menschen gesunde und lebenswerte Räume zu bieten und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu schaffen. Stand heute ist der Bausektor nach wie vor für einen erheblichen Teil der globalen CO2-Emissionen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den zunehmenden Verlust der Biodiversität verantwortlich. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen, die unser Wohlbefinden stärken sollen, ohne dabei die Zukunft unseres Planeten zu gefährden. Zudem leben immer mehr Menschen in der Stadt. Der Bedarf an attraktiven und dazu noch klimaresilient gestalteten Freiräumen wächst. Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Wie ein Perspektivwechsel in diese Richtung gelingen kann, zeigen wir noch bis zum 28. Januar 2026 mit der ersten DGNB Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Die Ausstellung fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens neu und unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. >Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Anhand gebauter Beispiele wird deutlich, dass viele Lösungen bereits existieren. So erfährt der Besuchende anschaulich, wie Gebäude klima- und ressourcenschonend geplant werden können, indem Materialien im Kreislauf geführt, Energie effizient genutzt oder sogar erzeugt wird und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt bleibt. Ebenso thematisiert werden Klimaanpassung und Resilienz: durch kluge Gestaltung, Begrünung und Freiräume können Gebäude und Städte besser mit Hitze, Starkregen oder Trockenperioden umgehen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Menschen. Nachhaltiges Bauen stellt das Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt. Architektur kann Begegnung fördern, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne dabei die Umwelt aus dem Blick zu verlieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden spielt eine zentrale Rolle. Sanieren, Umnutzen und Weiterbauen im Bestand werden als Strategien gezeigt, um Flächen zu schützen und Ressourcen zu sparen. Nicht zuletzt wird klar, dass Nachhaltigkeit keine Kostenspirale sein muss. Ganzheitlich geplante Gebäude sind oft wirtschaftlicher, weil sie langfristig Betriebskosten senken, Risiken minimieren und ihren Wert erhalten oder steigern. Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Expertenthema und schon gar keine Zukunftsvision, sondern eine konkrete Chance. Für lebenswerte Städte, für gesunde Räume und für eine gebaute Umwelt, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Als inhaltlich getriebener Non-Profit-Verein begreifen wir das nachhaltige Bauen seit unserer Gründung vor 18 Jahren als gesellschaftliche Aufgabe, nach der wir unser Handeln ausrichten. Mit der Ausstellung laden wir jeden einzelnen ein, genauer hinzusehen, weiterzudenken und selbst Teil des Wandels zu werden. Weitere Informationen gibt es unter www.dgnb.de/aedes