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2. Okt 2024

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Business

Mitarbeiterentsendung und Compliance

Journalist: Julia Butz

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Foto: Kornel Mahl/unsplash

Die Regularien für Workations und Geschäftsvisa stellen viele Arbeitgebende aufgrund der Komplexität vor Herausforderungen.

Arbeitnehmende fordern Flexibilität für die Wahl der Arbeitsstätte, auch über Landesgrenzen hinweg. Für Arbeitgebende bedeutet dies einen hohen Verwaltungsaufwand und potenzielle Compliance-Risiken, da das Arbeiten im Ausland komplexe rechtliche und steuerliche Vorgaben mit sich bringt. Die Regularien sind von Land zu Land unterschiedlich und variieren zudem nach Länderkombination von Heimat- und Zielland sowie der Nationalität des Reisenden. Verbindet beispielsweise ein deutscher Arbeitnehmender seinen Urlaub in Portugal mit einer Workation, können andere Regeln gelten, als für Drittstaatsangehörige (Nicht-EU-Bürger). Auch die Hierarchien spielen eine Rolle: Für eine Führungskraft – die u. U. mit nur einer Unterschrift unbewusst eine steuerpflichtige Betriebsstätte im Ausland gründen kann – gelten andere Regeln als für einen Angestellten ohne Prokura. Wird dieser vom Vorgesetzten für einen Zeitraum ab 4 Wochen in ein anderes EU-Land ‚entsendet‘, um ‚im Auftrag des Unternehmens vertragliche Dienstleistungen vor Ort zu erbringen‘, braucht es eine A1-Bescheinigung und damit die Bestätigung über den Sozialversicherungsnachweis im eigenen Land. Eine Entsendung nach EU-Recht liegt allerdings nicht vor, wenn Arbeitnehmende an internationalen Messen, Schulungen oder Konferenzen teilnehmen. Da in diesem Fall keine aktive Dienstleistung im Zielland erbracht wird.

Neben der Sozialversicherungspflicht muss bei einer Entsendung überprüft werden, ob eine Arbeitserlaubnis benötigt wird, um mögliche zivil- oder strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Neben der Sozialversicherungspflicht muss bei einer Entsendung überprüft werden, ob eine Arbeitserlaubnis benötigt wird, um mögliche zivil- oder strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Die Lohnsteuerpflichten des Arbeitgebenden und die Einkommensteuerverpflichtungen des Arbeitnehmenden sowie das vor Ort geltende Arbeitsrecht müssen berücksichtigt werden: Bestimmungen wie Mindestlohn bzw. die Vergütung nach geltendem Recht des Ziellandes, die Vorgabe täglicher Höchstarbeits- und Mindestruhezeiten, Feiertagsregelungen oder bezahlte Mindestjahresurlaubstage.

Ohne Rechtskonformität drohen Bußgelder, Abschiebung oder Geschäftsverbote. Um alle gesetzlichen Anforderungen bei der Entsendung von Mitarbeitenden zu erfüllen, sind daher klare Vereinbarungen nötig, die alle rechtlichen Vorgaben auf neuestem Stand enthalten, nationale Besonderheiten berücksichtigen, aber auch betriebsinterne Rahmenbedingungen vorgeben. Beispielsweise, in welchen Ländern Workations möglich sind, welche Dauer diese maximal haben dürfen, welche Tätigkeiten vor Ort erbracht werden dürfen und ob diese alle Personenkreise im Unternehmen einschließen. Als individuell aufgesetzte Reiserichtlinie, die die Sicherstellung der Compliance gewährleistet und dem Bedarf moderner Arbeitsformen entgegenkommt. Insbesondere da ihre dazugehörige Flexibilität ausschlaggebend für das Employer Branding und den Wettbewerb um gute Mitarbeitende sein kann.

Überall dort, wo Anträge papierlos gehandelt werden können, unterstützen Softwaretools durch datenschutzgerechtes, digitales Ausfüllen.

Überall dort, wo Anträge papierlos gehandelt werden können, unterstützen Softwaretools durch datenschutzgerechtes, digitales Ausfüllen. Dabei wird der Reisende Punkt für Punkt durch einen, auch für Nichtjuristen leicht verständlichen Prozess geführt, sodass am Ende eine auf Grundlage der unternehmenseigenen Workation-Policy, revisionssichere Bestätigung des Auslandsaufenthalts für die HR-Abteilung vorliegt.

Fakten

Lt. Statistischem Bundesamt* bieten zwei Drittel der befragten Unternehmen die Möglichkeit zu Remote-Arbeit. Rund 15 Prozent der Befragten bieten zudem die Verknüpfung von Arbeit und Urlaub als Arbeitszeitmodell an, wobei dies bei größeren Unternehmen weiter verbreitet ist, als bei kleineren.

*Statista Research Ergebnis 6/24 + 7/24

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.

2. Apr 2026

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Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.

2. Apr 2026

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Arbeiten im Update-Modus

Die Spielregeln der Wirtschaft verändern sich rasant und mit ihnen die Frage, was Unternehmen heute wirklich erfolgreich macht: Neue Software wird eingeführt, Abläufe werden neu zugeschnitten, Entscheidungen stärker datenbasiert getroffen. Prioritäten verschieben sich spürbar im Tagesgeschäft, neue Produkt- und Serviceverständnisse entstehen und vertraute Routinen lösen sich auf. Hinzu kommen wachsende regulatorische Anforderungen: mehr Nachweise, klarere Regeln im Umgang mit Daten, Systemen und Verträgen. Was bislang informell funktionierte, muss nun sauber dokumentiert sein. Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. >Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. In dieser Verdichtung von Veränderungen wird deutlich, wie stark der Arbeitsalltag unter Druck steht. Nicht durch einen großen Umbruch, sondern vielmehr durch die vielen kleinen, kontinuierlichen Veränderungen, die parallel passieren. Und ja – ein großer Teil davon liegt auf den Schultern der Mitarbeitenden. Umso wichtiger ist es, dass klar wird, warum sich Dinge verändern und welche Rolle jede und jeder Einzelne dabei spielt. Erst dann entsteht aus vielen Maßnahmen ein stimmiges Gesamtbild. Wofür war noch gleich die nächste E-Learning-Schulung gut? Warum ist auch das nächste Compliance-Training wirklich wichtig? Die ehrliche Antwort: Weil Lernen heute einfach dazugehört. Nicht als Selbstzweck, sondern damit Orientierung entsteht, Sicherheit wächst und sich Arbeit eben nicht wie ein undurchdringlicher Regel-Dschungel anfühlt. Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives: ein gemeinsames Verständnis und die Fähigkeit, Veränderungen nicht nur zu bewältigen, sondern aktiv mitzugestalten. >Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives.