22. Jun 2026
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Gesundheit
Journalist: Kirsten Schwieger
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Foto: Presse
Nach drei Fehlgeburten freut sich Profitänzerin Renata Lusin nun über eine Schwester für Töchterchen Stella. Welchen Anteil ihre Community und ihr positives Mindset daran haben, verrät sie im Interview.
Bist du entspannter als vor der Geburt deiner ersten Tochter? Ja, nachdem ich die 13. Woche überstanden hatte, war ich tatsächlich viel entspannter als bei meiner ersten Schwangerschaft. Ich wusste, mein Körper hat es schon einmal geschafft und wird es wieder schaffen. Während meiner ersten Schwangerschaft war ich sehr unentspannt und hatte Angst, Sport zu machen.
Wie war die zweite Schwangerschaft und wie hat sich diese auf dein Fehlgeburten-Trauma ausgewirkt? Körperlich verliefen beide Schwangerschaften unproblematisch, obwohl ich wieder Granocyte spritzen musste. Ich war fit und hatte nie Übelkeit. Psychisch ging es mir dieses Mal, wie gesagt, viel besser. Das Trauma hat sich auf jeden Fall gebessert, obwohl es natürlich immer ein Teil von einem bleiben wird. Wobei ich es vielleicht nicht Trauma nennen würde. Natürlich habe ich seinerzeit extrem gelitten, war dann aber wiederum sehr erleichtert und dankbar, als die Ursache gefunden wurde. Ich bin ein sehr positiver Mensch.
Welche Rolle spielen emotionale Unterstützung und Trauer nach einer Fehlgeburt? Emotionaler Support ist total wichtig. Obwohl Valentin nach den Fehlgeburten auch sehr traurig war, hat er immer Zuversicht und Stärke ausgestrahlt und war eine große emotionale Stütze für mich. Die Verarbeitung von Trauer ist wahrscheinlich Typ-bedingt. Mir hat es sehr geholfen, ins Tun zu kommen – ich habe wie eine Wilde recherchiert. Und mich ablenken lassen durch Valentins Teilnahme bei Let`s Dance.
Ich habe den Eindruck, dass Fehlgeburten in vielen Bevölkerungsgruppen immer noch ein Tabu-Thema sind. Aber durch Social Media ändert sich das zum Glück gerade langsam.
Warum hast du dein Leid öffentlich gemacht und welche Folgen hatte dies? Ehrlich gesagt war das eher Zufall. Ich hatte die Schwangerschaft seinerzeit schon in der sechsten Woche kommuniziert, um meine Absage bei Let`s Dance zu begründen. Als ich das Baby dann verloren habe, wollte ich nicht lügen. Im Nachhinein hat sich das als Glücksfall erwiesen. Denn durch das ganze Wissen meiner Community bin ich der Ursache für die Fehlgeburten auf die Sprünge gekommen und auf eine tolle Klinik gestoßen. Aber mindestens genauso gut und hilfreich war die Anteilnahme und der Trost, den meine wachsende Community mir gespendet haben. Da erst wurde mir klar, wie viele Frauen ein ähnliches Schicksal erleiden und wie wichtig und heilsam es ist, darüber zu sprechen und sich auszutauschen.
Wie ist der gesellschaftliche Umgang mit Fehlgeburten? Ich habe den Eindruck, dass Fehlgeburten in vielen Bevölkerungsgruppen immer noch ein Tabu-Thema sind. Aber durch Social Media ändert sich das zum Glück gerade langsam. Ich denke, es ist wichtig, offen mit diesem Thema umzugehen und einen bewussteren Umgang mit allen damit verbundenen Gefühlen und Entscheidungen zu finden. Auch der Wissensaufbau ist wichtig, um Schuldgefühle abzubauen oder – wie in meinem Fall – sogar erfolgreiche Schwangerschaften zu ermöglichen.
Was rätst du Betroffenen? Seid positiv und gebt nicht auf. Seid mutig und kümmert euch nicht darum, wenn andere euch kritisieren.