Diesen Artikel teilen:

28. Mär 2020

|

Gesundheit

„Ohne Hunde bin ich kein Mensch“

Journalist: Armin Fuhrer

Der Beliner Star-Frisör Udo Walz kann sich ein Leben ohne Vierbeiner nicht vorstellen und engagiert sich auch für Fellnasen im Tierheim.

Wenn Udo Walz sich abends anschickt, ins Bett zu gehen, läuft stets das gleiche Ritual ab. Dann läuft Oskar vor ihm die Treppe in den ersten Stock hoch, bleibt auf der Hälfte des Weges nochmal stehen, und dann geht’s ab ins Schlafzimmer. Oskar ist ein Mischlingshund, fast 17 Jahre alt und damit für einen Hund nicht mehr der Jüngste, aber den allabendlichen Weg nach oben schafft er noch immer spielend. Im Bett schlafen mag er allerdings nicht, dafür hat er ein Körbchen im Schlafzimmer stehen.

Sein Herrchen liebt dieses Ritual: „Wenn kein Hund durchs Haus läuft, fehlt doch einfach etwas“, sagt der Berliner Promi-Frisör. Und deshalb leben auch gleich zwei Fellnasen bei ihm. Neben dem Mischling Oskar gehört zum Haushalt auch noch Lola, eine zehn Jahre alte Australian Shepherd-Dame. „Lola ist blind, aber wenn man im Haus alles dort stehen lässt, wo es hingehört und keine Möbel verrückt, dann findet sie sich ganz hervorragend zurecht“, sagt der 75-Jährige. Der liebevolle Ton seiner Stimme verrät, dass er kaum auf den Gedanken kommen könnte, irgendetwas zu verrücken.

„Mit Hunden bin ich aufgewachsen, seit ich ein Kind war“, erzählt Walz. Die Liebe zu den Vierbeinern war so groß, dass er auch später immer Hunde um sich hatte. Von dem großen Komiker Loriot stammt bekanntlich das Zitat, dass ein Leben ohne Möpse zwar möglich sei, aber keinen Sinn mache. Diesen Spruch verallgemeinert Udo Walz gerne auf alle Hunde. Und er macht sich auch einen anderen Spruch Loriots gerne zu eigen: „Ohne einen Hund hat man keine Familie.“ Ganz genauso sieht das auch Udo Walz. „Hunde spielen eine unheimlich große Rolle in meinem Leben. Ohne Hunde bin ich kein Mensch.“ Und mit Menschen, die keine Hunde mögen, hat der Berliner so seine Probleme. „Denn ich glaube, wer keine Hunde mag, der mag auch keine Menschen.“

Dass Hundebesitzer gesünder leben als andere, davon hat die Wissenschaft schon häufiger berichtet. Udo Walz kann das aus ganz persönlicher Erfahrung nur bestätigen. „Ich leide an hohem Blutdruck. Aber jedes Mal, wenn ich einen meiner Hunde streichle, geht der sofort runter. Was Besseres kann man doch gar nicht für seine Gesundheit tun.“ Weil das Herrchen selbst nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, beauftragt Walz drei Mal pro Woche einen Gassiservice, damit die zwei Vierbeiner auch genügend Auslauf bekommen. Jedes Mal vier Stunden geht es dann auf Tour.

Die beiden vierbeinigen Hausgenossen hat Walz aus Tötungsstationen geholt. „Sie sollten dort umgebracht werden, aber das hätte ich niemals zulassen können.“ So engagiert Walz sich auch sonst für den Tierschutz, insbesondere für Hunde in Heimen. Er unterstützt das Tierheim „Verlorenwasser“ bei Bad Belzig in der Nähe von Berlin, dessen Schirmherr er früher sogar war. Dort haben die Hunde ein großes Waldgehege, wo sie frei herumtollen können. „Die Menschen dort machen eine tolle Arbeit“, freut Udo Walz sich. Immer wieder fährt er hin und versucht, Tiere an den Mann oder an die Frau zu bringen, also ihnen ein neues Zuhause zu vermitteln. Bei manchen ist das leichter, bei anderen – meist den älteren – schwieriger. Das tut mir dann immer sehr leid, denn ich weiß, wie sehr Hunde menschliche Zuneigung wollen. Umso dankbarer bin ich dann aber auch den Menschen, die sich eines der Tiere annehmen.“

Sich für den Tierschutz zu engagieren findet Udo Walz sehr wichtig. „Tiere können nicht reden und uns nicht sagen, was sie wünschen oder benötigen. Deshalb brauchen sie unsere besondere Hilfe.“ Dass es Menschen gibt, die in Parks Köder mit Gift oder mit Rasierklingen auslegen, weil sie Hunde hassen, empfindet Hundenarr Walz als abartig. „Solche Leute sind in meinen Augen psychisch einfach nur gestört.“ Sein Engagement für den Tierschutz geht aber über die Hunde hinaus. Grundsätzlich kämpft er gegen jede Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika – ein Bereich, mit dem er ja durch seinen Beruf als Frisör in Berührung kommt. Deshalb ist Walz auch Mitglied bei der Tierschutzorganisation Peta.

Dass seine Hunde nicht im Bett schlafen mögen, findet Udo Walz eigentlich schade. Aber jeden Morgen findet das Ritual vom Abend zuvor eine Fortsetzung – denn jeden Morgen gegen 6.30 Uhr springt Oskar auf das zweite Kopfkissen im Bett. „Zum Aufwachen will er dann eben doch ganz nah bei mir sein.“ Und jeden, der das unhygienisch findet, beruhigt das Herrchen: „Meine Bettwäsche wird alle drei Tage gewechselt.“

25. Jun 2026

|

Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.