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22. Jun 2026

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Gesundheit

Quo Vadis Schönheit? – mit Dr. med. Michaela Monatanari, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC)

Journalist: Christian Kolb

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Foto: Presse, Getty Images/unsplash

Dr. med. Michaela Monatanari ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). In der ersten und ältesten Fachvereinigung für Plastische Chirurgie sind Fachärzte der Plastischen und Ästhetische Chirurgie organisiert, die sich gemeinsam um Qualitätssicherung, Fort- und Weiterbildung und fachlichen Austausch kümmern.

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Dr. med. Michaela Monatanari, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC)

Welche Behandlungen sind in der ästhetischen Medizin aktuell im Trend? Wir sehen eine Entwicklung weg vom reinen Volumen, hin zu natürlicheren, langfristigen Ergebnissen. Minimal-invasive Verfahren bleiben wichtig. Gleichzeitig erleben klassische Operationen wie Lidstraffungen oder Facelifts ein Comeback. Zunehmend an Bedeutung gewinnen auch biostimulative Verfahren, die die Hautqualität verbessern und körpereigene Regenerationsprozesse anregen. Patienten suchen heute individuell abgestimmte, nachhaltige Lösungen – oft in Form von Kombinationstherapien.

Was erwarten die Patienten von den Behandlungen? Die meisten möchten nicht verändert aussehen, sondern frischer und erholter. Es geht um Ausstrahlung und Selbstsicherheit – nicht um Perfektion. Gleichzeitig beobachten wir, dass Erwartungen stark durch Soziale Medien geprägt werden.

Was macht einen guten Facharzt für Plastische Chirurgie aus? Ein guter Facharzt verbindet eine fundierte Ausbildung, Erfahrung und ein sicheres Verständnis von Anatomie und Ästhetik. Entscheidend ist aber vor allem die ärztliche Haltung, verantwortungsvoll zu beraten, realistische Erwartungen zu setzen und auch klar Grenzen aufzuzeigen – und im Zweifel auch von einer Behandlung abzuraten. Ebenso wichtig ist die sichere Beherrschung von Komplikationen – nicht nur der Eingriff selbst, sondern auch das professionelle Management unerwarteter Verläufe gehört zur Qualität.

Transparente Aufklärung ist keine Formalität, sondern Voraussetzung für sichere Entscheidungen.

Über welche Themen muss man im Aufklärungsgespräch reden? Über realistische Ergebnisse, Risiken, Alternativen und Grenzen. Patienten müssen verstehen, dass jede Behandlung ein medizinischer Eingriff ist. Transparente Aufklärung ist keine Formalität, sondern Voraussetzung für sichere Entscheidungen.

Wie kann die Qualität in der Branche weiter steigen? Wir brauchen klare Standards, strukturierte Fortbildung und mehr Orientierung für Patienten. Ästhetische Eingriffe sollten von entsprechend qualifizierten Fachärzten durchgeführt werden. Dies sollte rechtlich geregelt werden, wie z. B. in Österreich oder Frankreich.

Welche Entwicklungen erwarten Sie in den nächsten Jahren? Die Ästhetik wird individueller und differenzierter. Kombinationstherapien und regenerative Ansätze gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig wird die Diskussion um Qualität, Qualifikation und Regulierung weiter an Bedeutung gewinnen. Mehr Transparenz für Patienten in Sachen Qualifikation und Sicherheit in der Behandlung stehen ganz oben auf unserer Wunschliste!

Die meisten möchten nicht verändert aussehen, sondern frischer und erholter.

Factbox:

Die DGÄPC bietet eine kostenfreie Checkliste zum Download an, als Hilfestellung für die Wahl eines qualifizierten Arztes: https://www.dgaepc.de/wp-content/uploads/2025/06/Checkliste-Kriterien-Arztsuche.pdf

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.