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24. Jun 2026

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Gesundheit

Schlaf und Muskelkraft für gutes Altern – mit Dr. Simone Koch, Medizinerin & Autorin

Journalist: Silja Ahlemeyer

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Foto: Presse, Getty Images/unsplash

Dr. Simone Koch ist Ärztin, Präzisionsmedizinerin und Expertin für Female Longevity. Sie erklärt, wie Frauen gesünder alt werden können.

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Dr. Simone Koch, Medizinerin & Autorin

Dr. Koch, was beeinflusst stärker, wie wir Frauen gesund altern – Gene oder Lebensstil? Beides spielt eine Rolle, aber die Genetik ist nie deterministisch, also sie beeinflusst unser Leben nicht unveränderlich. Der Lebensstil hat enormen Einfluss darauf, was tatsächlich passiert – bei Frauen sogar stärker als bei Männern. Bewegung ist hier ein entscheidender Faktor: Studien zeigen, dass sich das Mortalitätsrisiko bei Frauen durch regelmäßige Aktivität deutlich stärker senken lässt als bei Männern. Das hängt auch mit hormonellen Veränderungen, etwa in der Menopause, zusammen, die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose erhöhen.

Sind Ernährung und Bewegung gleich wichtig? Wenn man sich die Daten anschaut, ist Bewegung der wichtigste Faktor – insbesondere Krafttraining. Muskelkraft hat den größten Einfluss auf die Gesundheitsspanne. Ernährung ist ebenfalls relevant, aber weniger entscheidend, als oft angenommen wird. Ein dritter, stark unterschätzter Faktor ist Schlaf. Ohne ausreichende Regeneration funktionieren weder Training noch Ernährungsoptimierung nachhaltig.

Wie können Frauen ihre eigenen Stellschrauben für bessere Gesundheit identifizieren? Ein zentraler Punkt ist der Zugang zu den eigenen Gesundheitsdaten. In Deutschland ist das noch nicht selbstverständlich. Blutwerte oder Hormonanalysen werden oft gar nicht aktiv zur Verfügung gestellt, obwohl sie wichtige Hinweise liefern. Darüber hinaus können einfache Parameter wie Ruhepuls, Herzratenvariabilität oder Blutdruck helfen, den eigenen Gesundheitszustand besser zu verstehen. Das kann man leicht tracken. Wichtig ist jedoch, dass das Tracking nicht in Stress ausartet.

Der Lebensstil hat enormen Einfluss darauf, was tatsächlich passiert – bei Frauen sogar stärker als bei Männern.

Gibt es Grenzen der Selbstoptimierung? Ja, die gibt es. Genetische Prädispositionen setzen einen Rahmen, innerhalb dessen wir uns bewegen. Der Lebensstil bestimmt, wie stark wir diesen Rahmen ausschöpfen, aber er kann ihn nicht unbegrenzt erweitern. Ziel sollte daher nicht ein extremes Lebensalter sein, sondern möglichst lange gesund zu bleiben.

Was müsste sich im Gesundheitssystem ändern? Vorsorge ist aktuell strukturell benachteiligt, weil sie keine „Diagnose“ darstellt und für Ärzte nicht abrechenbar ist. Zum Beispiel bei Frauen im mittleren Alter: Durch den Wirtschaftlichkeitsparagrafen wird die Untersuchung der Hormone Estradiol, Progesteron und Testosteron nicht von der Kasse bezahlt. Das muss sich ändern. Ein System, das Gesundheit belohnt, statt Krankheit zu verwalten, wäre aus meiner Sicht dringend notwendig.

Und welche Rolle können Arbeitgeber spielen? Unternehmen könnten viel stärker in eigene präventive Programme investieren, etwa regelmäßige Gesundheits-Checks mit individueller Auswertung. Wichtig wäre auch, hormonelle Lebensphasen wie die Menopause zu enttabuisieren. Wenn Frauen hier unterstützt werden, profitieren letztlich auch Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit.

Was wünschen Sie sich grundsätzlich für die Frauengesundheit? Dass Symptome von Frauen endlich ernst genommen werden. Viele Beschwerden werden noch immer bagatellisiert oder als „psychisch“ abgetan. Ein besseres Verständnis weiblicher Physiologie und passende Rahmenbedingungen – auch im Berufsleben – könnten nicht nur individuell, sondern gesamtgesellschaftlich viel bewirken.

Ein besseres Verständnis weiblicher Physiologie und passende Rahmenbedingungen könnten nicht nur individuell, sondern gesamtgesellschaftlich viel bewirken.

Factbox:

Die Abendroutine nach einem anspruchsvollen Tag beinhaltet bei Dr. Simone Koch Zeit auf dem Sofa: Sie liest sehr gerne, ihr Mann spielt dazu Klavier. Auch Kochen entspannt die 46-Jährige.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.