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27. Aug 2019

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Gesellschaft

Schönes Wohnen mit gutem Design

Journalist: Katja Deutsch

Das Interesse an gutem Design wächst unaufhaltsam und in den letzten Jahren hat sich der Markt für Interior zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Ein Grund dafür ist, dass die Menschen mit ihrer Wohnungseinrichtung einen ansprechenden Lebensraum schaffen möchten, da sie viel Zeit in ihren Wohnungen und Häusern verbringen. Zugleich ist der Wohnraum ein Aushängeschild, das die Persönlichkeit nach außen repräsentiert. Neben dem individuellen Geschmack und aktuellen Entwicklungen sollte bei der Einrichtung deshalb vor allem auf eine hohe Designqualität der Produkte geachtet werden – denn Trends sind nicht mit gutem Design gleichzusetzen. Trends kommen und gehen und das in einem immer schnelleren Wechsel. Design steht für etwas anderes. Es beschreibt den ganzheitlichen Anspruch an ein Produkt, ausgehend von der Idee über die Materialwahl bis hin zur Umsetzung und Vermarktung. Das zeigt sich sehr gut an der Zeitlosigkeit von Produkten mit einer hohen Designqualität. Orientierung auf dem Markt bietet seit Jahrzehnten das Red Dot-Qualitätssiegel.

Doch wohin entwickelt sich der Markt gerade? Bemerkenswert ist, dass obwohl das Bauhaus-Jubiläum in diesem Jahr die gerade Linie wieder populär gemacht hat, im Wohnzimmer weiterhin Gemütlichkeit gefragt, ist. Denn das Wohnzimmer ist ein Ort der körperlichen und geistigen Entspannung. Daher setzen unter anderem abgerundete Sofas mit haptischen Stoffen einen sensorischen Konterpunkt zum digitalen Alltag. Dazu passen kleine und modulare Beistelltische, die locker arrangiert werden können. Sie liegen daher ebenso im Trend wie Beistelltische, die auch als Hocker genutzt werden können – dann am besten gleich noch mit Stauraum. Insgesamt werden flexible und platzsparende Wohnmöbel immer wichtiger.

Wer den Platz hat, verlegt das Wohnzimmer im Sommer übrigens nach draußen. Möglich wird das durch neues anspruchsvolles Outdoor-Mobiliar.

Farblich umfasst die Entwicklung schwungvolle, kräftige Farben wie auch natürliche Nuancen. Letzteres ist vor allem auf den Boom umweltfreundlicher Produkte und Materialien zurückzuführen, weil das Thema Nachhaltigkeit längst Breitenwirkung bekommen hat. Den Kundenwünschen sind farblich jedoch keine Grenzen gesetzt, da der Individualisierungstrend das Produktangebot auch im Möbelsegment stark beeinflusst.

Anstatt kalter, weißer Wände sind neben bestehenden Trends wie floralen Mustern oder extravaganten Tapeten mit metallischen Effekten grafische Formen wieder gefragt. Das bringe ich mit dem Bauhaus-Jubiläum in Verbindung sowie mit dem ungebrochenen Einfluss des skandinavischen Designs. Zudem spielen Aspekte wie Natürlichkeit und Haptik auch bei Tapeten eine immer wichtigere Rolle. Deutlich wird das durch den Einsatz dezenter Strukturen und natürlicher Unifarben für mehr analoge Authentizität im Wohnraum.

Esstische sollen wie das Essen selbst wieder ursprünglich wirken. Dafür stehen minimalistisch gestaltete Massivholztische oder Esstische mit einem durchdachten Materialmix aus Holz, Glas und Stahlelementen. Im Red Dot Award: Product Design 2019 dominieren im Segment Esstisch zudem rechteckige Formen, die zum Teil über innovative Technikeinsätze verfügen, wodurch einige Tische intuitiv vergrößert werden können. Denn gemeinsam mit Familie und Freunden zu essen hält Leib und Seele zusammen und wird gerne exklusiv zelebriert.

 

Viel Spaß beim Einrichten wünscht Ihnen Ihr

Peter Zec

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.