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11. Jun 2026

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Gesundheit

Selbstverständlich mittendrin

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Thorsten Bareuther/unsplash

Die vielfältigen Möglichkeiten des Sports eignen sich ideal als Katalysator für Inklusion. Sportvereine tragen dabei eine große Verantwortung.

Sport ist ein wichtiger Bereich des gesellschaftlichen Lebens. Für Menschen mit Behinderung stellt er eine bedeutende Ressource für soziale Teilhabe, Selbstbewusstsein sowie Spaß an der Bewegung dar. Wer ausgeschlossen wird, büßt Entwicklungsmöglichkeiten, Gesundheit und soziale Kontakte ein. Da sich Gewohnheiten und Einstellungen bereits in jungen Jahren entwickeln, ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig zu Bewegung motiviert werden. Als soziale Ankerpunkte vor Ort bilden Sportvereine praktisch das Fundament, auf dem Teilhabe realisiert wird. Inklusion stärkt das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe. Dabei geht nicht darum, Menschen mit Behinderung lediglich mitmachen zu lassen, sondern die Angebote und Orte so zu gestalten, dass Vielfalt selbstverständlich ist und niemand ausgeschlossen wird.

Dachverbände wie der Deutsche Behindertensportverband (DBS) oder Programme wie Special Olympics stellen Netzwerke bereit und initiieren Kooperationen zwischen Regelsport- und Behindertensportvereinen. Denn es ist wichtig, dass Menschen ohne Behinderung ihren Blick für Diversität schärfen. Schon die 2008 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention verfolgt das Ziel, die Gesellschaft zu sensibilisieren und eine inklusive Gesellschaft zu formen.

Es ist wichtig, dass Menschen ohne Behinderung ihren Blick für Diversität schärfen.

So weit zur Theorie. Denn trotz des breiten Konsens über den Stellenwert der Inklusion tun sich im Sportalltag erhebliche Probleme und Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung auf. Viele Sportstätten, insbesondere ältere Turnhallen oder Vereinsheime, sind nach wie vor nicht barrierefrei zugänglich. Inklusive Sportgruppen erfordern zudem häufig spezielle Sportgeräte und einen höheren Betreuungsschlüssel. Kleinere Vereine stoßen hier schnell an finanzielle Grenzen. Auch mangelt es nicht selten an der entsprechenden Qualifikation von Trainerinnen und Betreuern. Vielen fehlt das spezifische Fachwissen im Umgang mit verschiedenen Beeinträchtigungsformen. So führt die Angst, Fehler zu machen, nicht selten zu unbewusster Exklusion. Darüber hinaus bergen die körperliche und emotionale Nähe im Sport sowie Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnisse viele Risiken.

Erfreulicherweise gibt es innovative Konzepte, die das gemeinsame Sporttreiben neu denken und sicher verankern. So setzen beispielsweise kooperative Fortbildungskonzepte auf Tandem-Ausbildungen, bei denen Trainer mit und ohne Behinderung gemeinsam geschult werden, um barrierefreies Wissen direkt in die Praxis zu tragen. Inklusive Schutzkonzepte schaffen klare Strukturen, Verantwortlichkeiten und fördern eine Kultur des Hinsehens und Handelns, um Menschen mit Behinderung vor jeglicher Form von Diskriminierung und Gewalt zu schützen. So benötigen gerade Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung im Trainingsalltag oft mehr Unterstützung und sind dadurch verletzlicher gegenüber Missbrauch und übergriffigem Verhalten. Wichtig ist auch die Einführung kindgerechter Meldewege mittels alternativer Kommunikationsformen. Verbände und Initiativen beraten hierbei Sportvereine sowie Schulen und ermöglichen umfangreiche Schulungen.

Viele Sportstätten, insbesondere ältere Turnhallen oder Vereinsheime, sind nach wie vor nicht barrierefrei zugänglich.

Fakten:

Unterschied Integration & Inklusion Während im Rahmen von Integration Menschen in ein bestehendes System eingegliedert werden, wird bei der Inklusion das System so verändert, dass Alle Teil des Ganzen werden.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.