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1. Apr 2026

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Wirtschaft

Strategisch gut gesteuert

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Getty Images/unsplash

Governance wird zum als strategischen Erfolgsfaktor, wenn sie ermöglicht, dass KI im Unternehmen sicher, effizient und skalierbar genutzt werden kann.

KI-Systeme unterstützen oder übernehmen zunehmend Entscheidungen, die früher ausschließlich Menschen vorbehalten waren. Damit wachsen Reichweite und Wirkung dieser Technologien. Je mächtiger und autonomer Systeme werden, desto dringlicher wird die Frage, wie sie gesteuert, überwacht und verantwortet werden können. Denn Unternehmen tragen die Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Systeme. Entscheidend ist, ein Umfeld zu schaffen, in dem KI vertrauenswürdig, sicher und skalierbar eingesetzt werden kann.

Entscheidungen müssen erklärbar sein – insbesondere dort, wo sie Menschen unmittelbar betreffen. Gleichzeitig braucht es Mechanismen zur laufenden Überwachung, zum Umgang mit Risiken und zur Korrektur von Fehlentwicklungen. Interne Richtlinien, klar definierte Prozesse und ethische Leitlinien spielen dabei eine Schlüsselrolle. KI-Governance legt Rollen, Prozesse für Risikobewertungen und Kontrollmechanismen fest und übersetzt damit die abstrakte Verantwortung in messbare Vorgaben. Der Einsatz von KI erfolgt nicht isoliert in einzelnen Fachbereichen, sondern ist Teil einer bewussten, strategischen Unternehmenssteuerung.

Treiber dieser Strukturen sind regulatorische Entwicklungen wie der EU AI Act: Mit risikobasierten Vorgaben, Dokumentationspflichten und Anforderungen an Governance-Strukturen machen sie deutlich, dass Verantwortung für KI kein freiwilliges Engagement mehr ist. Unternehmen, die sich frühzeitig darauf einstellen, verschaffen sich rechtliche Sicherheit und strategische Handlungsfähigkeit. Allerdings ist die Umsetzung technischer und organisatorischer Governance anspruchsvoll. Bestehende Strukturen müssen meist grundlegend transformiert werden und verschiedenste Abteilungen interdisziplinär zusammenarbeiten. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Governance ist längst kein reines Compliance-Thema mehr. Sie ist ein strategischer Faktor, der darüber entscheidet, ob Unternehmen vertrauenswürdig, innovativ und erfolgreich sind.

KI-Governance legt Rollen, Prozesse für Risikobewertungen und Kontrollmechanismen fest und übersetzt damit die abstrakte Verantwortung in messbare Vorgaben.

20. Apr 2026

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Wirtschaft

FONDS professionell KONGRESS gibt Orientierung in bewegenden Zeiten

Der 24. FONDS professionell KONGRESS am 28. und 29. Januar 2026 in Mannheim hat erneut seine Rolle als zentrale Plattform der Investmentbranche unter Beweis gestellt. In einem Umfeld geprägt von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einer neu ausgerichteten, schwer kalkulierbaren US-Politik unter Präsident Donald Trump, nutzten Vermögensverwalter und Investmentexperten die Veranstaltung intensiv für fachlichen Austausch und gezielte Weiterbildung. Mehr als 220 Aussteller sowie über 200 Fachvorträge spiegelten den enormen Informationsbedarf in volatilen Zeiten wider. Ein markantes politisch-strategisches Signal setzte Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck. Er plädierte für ein geschlossenes und selbstbewusstes Auftreten Europas zwischen den Machtzentren USA und China. Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen. Chancen sieht Kaeser vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Daten und Rechenzentren sowie in neuen wirtschaftlichen Allianzen mit Schwellenländern, allen voran mit Indien. Inhaltlich dominierten Themen wie Aktien – insbesondere die „Significant Seven“ –, ETFs, Datenökonomie, Infrastruktur, Schwellenländer, Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen das Programm. Mit der Verleihung des DEUTSCHEN FONDSPREISES während einer festlichen Galanacht fand der Kongress schließlich einen würdigen Abschluss und bekräftigte seinen Anspruch, der Branche auch in bewegten Zeiten Orientierung zu geben. >Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen.