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6. Jun 2024

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Gesellschaft

Strom aus Stroh – mit Alexander Sohl

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: me energy

Überall superschnell mit Strom aus Bioethanol laden: Alexander Sohl, Gründer und CEO des Startups me energy, über neue Wege der E-Mobilität.

Was hat Sie dazu inspiriert, eine Ladestation zu entwickeln, die ihren eigenen Strom aus Bioethanol produziert, anstatt sich an das Stromnetz anzuschließen?

2015 war ich mit einem E-Auto auf der Langstrecke unterwegs. Damals gab es kaum Lade- und Schnellladestationen. Bei einem Ladestopp war die Station außer Betrieb, sodass ich die Haushaltssteckdose von Anwohnern nutzen musste. Während der langen Ladezeit erkannte ich, dass das größte Problem der Ladeinfrastruktur unser Stromnetz ist. Es ist nicht für die großen Strommengen zum Schnellladen – ein Tesla braucht so viel Strom wie 50-70 Haushalte gleichzeitig – ausgelegt. Deswegen sind unsere Schnellladestationen mobil und können dort eingesetzt werden, wo das Stromnetz zu schwach ist und eine Aufrüstung zu teuer wäre.

Welche Herausforderungen mussten Sie bei der Entwicklung überwinden?

Bei Hardware-Startups ist die Finanzierung der Knackpunkt. Man hat hohe initiale Kosten, eine lange Time-to-Market und Vorfinanzierungsaufwände für die Produktion.

Planen Sie, auch andere nachhaltige Rohstoffe zu nutzen, um Strom zu erzeugen?

Langfristig sehen wir Potenzial in Methanol, das eignet sich auch hervorragend zur Speicherung von grünem Wasserstoff. Bisher sind aber nur knapp 30 Prozent weltweit grün und durch Zertifikate abgesichert.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“