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31. Aug 2021

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Gesellschaft

Transformation, das Motto lautet: Schwierig, aber machbar

Journalist: Theo Hoffmann

Nicht erst seit Corona befinden sich Unternehmen in einer nie dagewesenen Transformationswelle und dies geschieht mit einer immer höheren Drehgeschwindigkeit. 

Johannes Görmer, Geschäftsführer der  PROAKTIV Management GmbH; Foto: Presse

Zielgerichtetes Training und Coaching ist ein zentraler Faktor, um Transformation aktiv zu gestalten. Welche Orientierungspunkte helfen uns in Zeiten des Wandels?

In erster Linie sind wir seit 25 Jahren selbst ein Unternehmen; zwei Dinge sind für unsere Partner und auch uns selbst immer wieder maßgeblich: kontinuierliche Weiterentwicklung und Resultate, kurzum Erfolg. Es gilt Weiterentwicklung als Erlebnis zu gestalten und konkrete Impulse zu setzen, um täglich besser zu werden und stressfreie Produktivität zu erreichen. Und darum geht es besonders heute: Nicht mehr nur das Resultat zählt, sondern auch wie wir dort hinkommen, wie wir es schaffen, Menschen in einer dynamischen Zeit mitzunehmen, authentische Führung zu leben, produktiv trotz Komplexität zu sein. Es geht um Anwendungserfolg, um die Verbindung aus bewährten und neuen Ansätzen. Neben unseren Trainerpersönlichkeiten ist eines unserer Alleinstellungsmerkmale das PROAKTIV Blended Learning Konzept mit digitaler Lernplattform. Da wir als Blended Learning Pionier bereits in 2007 gestartet sind, profitieren unsere Partner gerade jetzt von maßgeschneiderten  Learning Journeys und dem weitreichenden Erfahrungsschatz. Ein weiteres Thema, was Unternehmen gerade jetzt beschäftigt ist Businesskontinuität. Hier gibt es seit 2020 die PROAKTIV Durchführungsgarantie – d. h. Erlebnistraining geht bei uns LIVE, ONLINE sowie HYBRID.

Wie beeinflusst die immer rasanter voranschreitende Corporate Transformation Ihre Arbeit?

Eines ist klar. Der Veränderungsdruck für Unternehmen wird größer, Geschäftsmodelle verändern sich oder es gilt, oder es gilt Marktsituationen komplett neu zu antizipieren. Gefordert sind gelebte Agilität, die Reduzierung von Komplexität, der Umgang mit voranschreitender Digitalisierung, mit hybridem Arbeiten, dem Generationen-Mix, interkulturellen Teams: Die Liste ist lang, und all das sind fantastische Entwicklungsfelder, die es in praktischen Lösungen widerzuspiegeln gilt. Stichwort Führungsverantwortung, Licence to Lead, Agile Leadership, 

(stressfreie) Produktivität trotz Komplexität, Virtuelles Führen auf Distanz. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist und bleibt dabei der Mensch, ob on- oder offline. Das haben wir auch in der Pandemie gesehen. Das Motto lautet „schwierig, aber machbar“ und es geht immer wieder darum in die Proaktivität zu gehen, konkrete Impulse zu setzen und den „Anwendungshunger“ zu entfachen. Dabei ist es wichtig die Herausforderungen unserer Kunden zu segmentieren, so dass wir umsetzbare Lösungen häppchenweise und gemeinsam mit den Teilnehmer*innen entwickeln. Denn konkrete Erfolgserlebnisse sind das beste Mittel, um Transformation gezielt voranzutreiben.

Sie haben Standorte in Deutschland sowie in Hongkong und Singapur. Worin unterscheidet sich der asiatische Markt vom deutschen am meisten?

Im Hinblick auf den konkreten Unternehmensalltag und den Erfolg braucht es immer drei wesentliche Dimensionen: Menschen, eine bewusst gelebte Unternehmenskultur und Resultate. Im internationalen Kontext ist das nicht anders, allerdings unterscheidet sich der Werte- Kanon, also die lokale Kultur vor Ort. Hongkong, Singapur, China, aufstrebende Wirtschaftsregionen wie Thailand oder Vietnam, alle haben einzigartige Normen und einen gesellschaftlichen Verhaltenskodex. Und genau diese Individualität stellt international agierende Unternehmen vor große Herausforderungen. Die Lösung sind einheitliche Leitlinien und konkrete Erfolgsfaktoren, die weitestgehend kulturübergreifend wirken, also am Menschen orientiert sind und beispielsweise im Führungsalltag gelebt werden. Wir nennen das FROM VALUES TO ACTION. Ein einfaches Beispiel ist das Thema Lob und Kritik. Es wird hier und da völlig anders gelebt, dennoch ist motivierendes Lob und konstruktives Feedback ein Urbedürfnis jedes Menschen, um sich orientieren zu können. Die Frage ist also nur wie. Crosscultural Leadership zielt genau darauf ab und fokussiert sich auf die Gemeinsamkeiten, statt Unterschiede. Dabei gilt es immer wieder drei wesentliche Fragen zu beantworten: Was bedeuten weitreichende Veränderungen gerade für die Führungsebenen/Mitarbeiter*innen (Menschen), welche klare Handlungsorientierung gibt es für alle Beteiligten (Leitlinien, Unternehmenskultur, Werte) und wie werden konkrete Resultate in interkulturellen Teams sichergestellt.

Sie möchten sich beruflich weiterentwickeln und mit der dynamischen Zeit gehen? Sichern Sie sich direkt eines der limitierten Beratungsgespräche mit PROAKTIV

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.