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3. Apr 2021

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Gesellschaft

„Transparenz ist entscheidend“

Journalist: Armin Fuhrer

Der Gebäudesektor verursacht  einen großen Teil der Treibhausgasemissionen. Das will die DGNB ändern, erklärt Geschäftsführerin Christine Lemaitre.

Wie groß ist der Beitrag, den nachhaltiges Bauen für den Klimaschutz leisten kann?

Sehr groß. Der Gebäudesektor in Deutschland verursacht rund 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen, weltweit spricht man von mehr als einem Drittel. Hinter dieser Zahl verbergen sich sowohl die THG-Emissionen des gesamten Energieverbrauchs eines Gebäudes als auch die CO2-Emissionen, die durch die Herstellung von Baumaterialien entstehen sowie beim Bau und Rückbau. Dass diese Zahl bis spätestens 2050 auf mindestens Null sinkt, ist ein zentrales Ziel des nachhaltigen Bauens. 

Ist die Energieeffizienz ausschlaggebend?

Damit ein Gebäude massiv CO2-Emissionen reduziert, gilt es neben der Steigerung der Energieeffizienz und Maßnahmen zur Reduktion der Energieverbräuche, erneuerbare und damit CO2-freie Energie am eigenen Standort zu produzieren, die für den Eigenverbrauch genutzt werden kann. Entscheidend ist es, dass wir in die realen Energieverbräuche von Gebäuden mehr Transparenz bekommen. 

Welche anderen Aspekte sind wichtig?

Die Berücksichtigung der CO2-Emissionen, die während des Abbaus von Rohstoffen, der Herstellung von Baumaterialien, dem Transport, dem Bau und dem Rückbau sowie der Verwertung der Baumaterialien entstehen, sind ebenfalls wichtig. Derzeit werden diese Emissionen beim Bauen nach deutschem Gesetz nicht berücksichtigt. Dabei liegen hier enorme Einsparpotenziale. Ziel für jeden Neubau sollte es sein, die in der Konstruktion entstehenden CO2-Emissionen radikal zu reduzieren, um diese mit einem klimaneutralen beziehungsweise klimapositiven Be-trieb über wenige Jahre zu kompensieren. 

Spielt der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes eine Rolle? 

Die ganzheitliche Betrachtung eines Gebäudes ist Kern des nachhaltigen Bauens. Die Lebenszyklusbetrachtung, also vom Rohstoff bis zum Rückbau, sorgt dafür, dass wir zukunftsfähige Gebäude bauen und die realen Kosten abbilden. Denn wenn wir ein Gebäude in einem Zeitraum von 50 Jahren planen und darauf achten, dass es umgenutzt oder rückgebaut werden kann, wählen wir Baumaterialien beispielsweise ganz anders aus und überlegen uns Konstruktionen, die eine sortenreine Trennung wieder möglich machen. Zur ganzheitlichen Betrachtung zählt auch, dass ökologische Aspekte wie Klimaschutz, Ressourcenschonung und der Erhalt von Biodiversität ebenso berücksichtigt werden wie soziokulturelle Aspekte, die das Wohlbefinden des Nutzers in den Mittelpunkt stellen und die wirtschaftliche Perspektive. Dar-über fragt die DGNB unter anderem auch Kriterien ab, die sich mit den Prozessen der Planung, des Baus und des Betriebs der Gebäude beschäftigen. 

Wie sieht es mit dem Altbestand aus? Sollte auch er nachhaltig „nachgerüstet” werden?

Gebäudebestand ist aus Klimaschutzperspektive auf jeden Fall per se nach-haltig. Denn der Erhalt der Bausubstanz vermeidet neue CO2-Emissionen aus der Herstellung von neuen Baumaterialien und vermeidet Abfall. 

2. Jul 2026

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Gesellschaft

Deutschland in einer neuen sicherheitspolitischen Realität – Ein Beitrag von Dr. Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer, BDSV

Liebe Leserinnen und Leser, „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden“. Diesen Satz des Generalinspekteurs Carsten Breuer haben sich inzwischen auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius zu eigen gemacht. Er beschreibt eine neue sicherheitspolitische Realität, mit der wir uns auch im fünften Kriegsjahr der russischen Vollinvasion auf die Ukraine konfrontiert sehen und die Grundlage für unser sicherheitspolitisches Handeln sein muss. Der Zwischenzustand, der unserem Land damit attestiert wird, ist in dieser Form im Grundgesetz jedenfalls nicht vorgesehen. Unsere Verfassung unterscheidet zwischen Friedenszustand, dem Spannungsfall als Vorstufe des Verteidigungsfalls, die bereits die Anwendung bestimmter Notstandsrechtsvorschriften ermöglicht und dem eigentlichen Verteidigungsfall. Letzterer tritt nach Artikel 115a Grundgesetz dann ein, wenn das Staatsgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht. Nach Analysen der NATO besteht das Ziel, unsere Streitkräfte spätestens bis zum Jahr 2029 rundherum abschreckungs- und verteidigungsfähig auszustatten. Dieses Ziel muss darüber hinaus mit einer umfassenden Befähigung zur Gesamtverteidigung im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Resilienz einhergehen. Schon heute erleben wir ständige hybride Angriffe in der Form von Drohnenüberflügen, Cyber-Attacken oder Desinformationskampagnen, die bestimmten staatlichen Akteuren zugeordnet werden. >Nach Analysen der NATO besteht das Ziel, unsere Streitkräfte spätestens bis zum Jahr 2029 rundherum abschreckungs- und verteidigungsfähig auszustatten. Hieraus ergeben sich zweierlei Schlussfolgerungen: Erstens: Um unserem Beitrag in diesem Prozess – wie der NATO versprochen – zu erfüllen, wollen wir schon im Jahr 2029 ca. 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Verteidigung sowie perspektivisch weitere 1,5 % des BIP für militärisch-relevante Infrastrukturmaßnahmen ausgeben. Rechnet man diese Ausgaben zusammen, so machen diese im Jahr 2029 40 % unseres Bundeshaushaltes aus. Allein in den Verteidigungsbudgets der Jahre 2025 bis 2029 sind kumuliert ca. 200 Milliarden Euro nur für Rüstungsausgaben geplant. Kurz: Es geht also um gewaltige Summen, die unsere Volkswirtschaft als Ganzes fordern. Zweitens benötigen wir ein umfassendes Verständnis der Sicherheits- und Resilienz-Notwendigkeiten in unserer Gesellschaft. Die Gewährleistung von Sicherheit ist die zentrale Querschnittsaufgabe unserer Zeit, die jeden und jede von uns betrifft: im Bevölkerungsschutz, beim Schutz kritischer Infrastrukturen, über Bedrohungen zu Lande, zu Wasser, in der Luft sowie im Cyberraum. Jeder Sektor ist gefragt, hier einen Beitrag leisten. In der Politik schließlich müssen diese Anstrengungen koordiniert und verzahnt werden. Dokumente wie die Nationale Sicherheitsstrategie oder die unlängst vorgestellte Militärstrategie sind der notwendige Ausfluss dieser Anstrengungen. Im BDSV wird dieser umfassende Sicherheitsbegriff seit unserer Gründung im Jahr 2009 konsequent gelebt. In unserem Verband sind alle Ausrüster staatlicher Sicherheitsbehörden willkommen und vereint. Über die Plattform SVI-Connect, die wir gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik ins Leben gerufen haben, leisten wir seit Jahresbeginn zudem einen Beitrag zur Verzahnung klassischer Rüstungsunternehmen mit neuen, bislang überwiegend zivilen Zulieferern – zum Vorteil beider Seiten. Nicht zuletzt deshalb ist Deutschland auf gutem Weg, seine selbstgesteckten Ziele in der Zeitenwende zu erreichen. Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie tut alles in ihrer Macht Stehende, um hier ihren Beitrag zu leisten.