Diesen Artikel teilen:

13. Apr 2026

|

Wirtschaft

Unsere Chance, zur Games-Weltspitze aufzuschließen – Ein Beitrag von Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche

|

Foto: Dirk Mathesius

Rund 80 Prozent mehr Games-Unternehmen, Umsatzwachstum und starke wirtschaftliche Effekte für den Standort Deutschland: Die deutsche Games-Branche hat seit 2018 eine beeindrucke Entwicklung genommen!

So ist die Anzahl der Games-Unternehmen hierzulande auf 948 gestiegen, bei den Beschäftigten gibt es ein Wachstum von 20 Prozent – mittlerweile arbeiten 14.800 Menschen im Kernmarkt. Und auch der Unternehmensumsatz deutscher Games-Firmen stieg um starke 22 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro. Diese positive Dynamik belegt die Studie „Die Games-Branche 2025 in Deutschland“, die Anfang des Jahres im Bundesforschungsministerium vorgestellt wurde.

Auch mit Blick auf den Konsum entwickelt sich der gesamte Games-Markt in Deutschland positiv: Im vergangenen Jahr konnten mit Games, Games-Hardware und Online-Gaming-Services hierzulande rund 9,4 Milliarden Euro umgesetzt werden – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist Deutschland der größte Markt für Games in Europa und der fünfgrößte weltweit.

Trotz der starken wirtschaftlichen Entwicklungen bleibt der Anteil deutscher Produktionen auf dem Heimatmarkt allerdings im Verhältnis klein: Von 100 Euro, die Spielende in Deutschland für Games ausgeben, bleiben lediglich 5,50 Euro bei den hiesigen Games-Unternehmen. Einer der Gründe: Zu viele Jahre mussten deutsche Games-Studios hier unter international wenig konkurrenzfähigen Wettbewerbsbedingungen entwickeln. Es entstanden hier Kosten- und Wettbewerbsnachteile, die am hart umkämpften globalen Games-Markt kaum ein Unternehmen aus eigener Kraft heraus überwinden kann. Erst durch die Einführung der Games-Förderung des Bundes hat Deutschland einen ersten wichtigen Schritt gemacht, auch, wenn wir im internationalen Wettbewerb noch nicht ganz aufgeschlossen haben.

Das volle Potenzial des Games-Standortes Deutschland können wir nur mit einem Mix aus Games-Fonds und steuerlicher Förderung heben, der international erfolgsentscheidender Standard ist.

Die aktuelle Bundesregierung hat bereits in ihrem ersten Jahr wichtige Weichen in der Games-Politik gestellt: Etwa mit der Erhöhung der Games-Förderung und der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von E-Sport wurden innerhalb der ersten Monate wichtige Vorhaben umgesetzt. Mit der im Koalitionsvertrag angekündigten zusätzlichen steuerlichen Games-Förderung steht einer der entscheidenden Schritte allerdings noch aus. Das volle Potenzial des Games-Standortes Deutschland können wir nur mit einem Mix aus Games-Fonds und steuerlicher Förderung heben, der international erfolgsentscheidender Standard ist. Übrigens: Die bundesweite Games-Förderung rechnet sich auch für die öffentliche Hand, wie die Games-Studie belegt. Denn bereits ein Euro Games-Förderung löste im Jahr 2023 rund 6,50 Euro Bruttowertschöpfung und 2,50 Euro an Steuern und Sozialabgaben aus.

Innovationsgeist, Ideen und Know-how auf Weltniveau zeichnen deutsche Games-Unternehmen schon jetzt aus. Die Belege sind da, wie wir etwa jedes Jahr anhand der herausragenden Spiele deutscher Studios beim Deutschen Computerspielpreis sehen. Mit den richtigen Rahmenbedingungen können sich diese Stärken unserer Branche endlich auch auf dem globalen Markt voll entfalten.

29. Sep 2026

|

Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.