11. Jun 2026
|
Gesundheit
Journalist: Chan Sidki-Lundius
|
Foto: Getty Images/unsplash
Bewegung und Sport sind für Kinder ein wichtiger Baustein für eine gesunde Entwicklung. Was können Eltern tun, um ihre Kinder entsprechend zu fördern?
Rennen, Radfahren, Springen, Toben und Klettern: Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der ihnen hilft, die Welt für sich zu entdecken. Außerdem stärkt regelmäßige körperliche Aktivität nicht nur ihre Muskeln und Knochen, sondern fördert auch die Konzentrationsfähigkeit und gute Laune. Gleichzeitig stellt Bewegung einen wichtigen Ausgleich zum schulischen Alltag dar. Nach vielen Stunden im Sitzen brauchen Kinder die Möglichkeit, Energie abzubauen und Stress zu reduzieren. Dazu kommt: Wer sportliche Erfolge erlebt, lernt zudem, im Leben mit Herausforderungen umzugehen und an sich selbst zu glauben.
Die Vorteile von Sport und ausreichend Bewegung im Kindes- und Jugendalter sind in zahlreichen Studien belegt. Diese zeigen zum Beispiel, dass sich bewegungsaktive Kinder häufig besser fokussieren können und mehr Selbstvertrauen entwickeln. Ein Forschungsteam der TU München kommt in der „Move for Health“-Studie sogar zu dem Schluss, dass Grundschulkinder mit einer guten körperlichen Fitness es schulisch leichter haben. „Sie schaffen eher den Sprung auf das Gymnasium“, sagt Professorin Renate Oberhoffer-Fritz, Dekanin der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der TUM.
Oft sind es keine großen Maßnahmen, sondern die kleinen Gewohnheiten, die im Alltag den Unterschied machen.
So weit, so gut. Doch in einer Zeit, in der Bildschirme von Computern und Handys einen immer größeren Teil des Alltags einnehmen, wird regelmäßige Bewegung zunehmend zur Herausforderung. Auch das belegen Studien. Laut der Motorik-Modul-Studie (MoMo-Studie) des Karlsruher Instituts für Technologie und Partnern erreichen gerade mal 22 Prozent der Jungen und 21 Prozent der Mädchen die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von mindestens 60 Minuten Bewegung pro Tag. Alarmierend: Kinder von Eltern mit geringerem Einkommen und geringerer Bildung bewegen sich im Durchschnitt weniger als ihre Altersgenossen. Das kann zum Problem werden. Denn Bewegungsmuffel entwickeln vielfach Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes. Zudem schlafen sie schlechter. Und: Depressionen, Ängste und Stimmungsschwankungen treten bei ihnen im Vergleich mehr auf.
Runter vom Sofa, rein in die Turnschuhe – wie kann das klappen? Eltern spielen eine entscheidende Rolle dabei, ob Kinder Freude an Bewegung entwickeln – oder eben nicht. Oft sind es keine großen Maßnahmen, sondern die kleinen Gewohnheiten, die im Alltag den Unterschied machen. Daher sollten Eltern aktives Vorbild sein und Bewegung als selbstverständlichen Teil des Lebens vermitteln. Zu Fuß zur Schule gehen, mit dem Fahrrad einkaufen, Treppen bewusst nehmen – all das fördert körperliche Aktivität. Gemeinsam macht das garantiert noch mehr Spaß. Das gilt auch für Familienausflüge mit dem Fahrrad, Ballspiele im Park oder kleine Bewegungs-Challenges zu Hause. Inspiration dafür liefern Fitness-Apps, einfach mal ausprobieren! Ein weiterer Tipp: Kinder unterschiedliche Sportarten ausprobieren lassen, ganz ohne Leistungsdruck, ob im Verein oder im Rahmen von Feriencamps. Fußball, Schwimmen, Tanzen, Turnen, Tennis, Mountainbiken, Skaten, Kampfsport oder Leichtathletik: Entscheidend ist nicht die Sportart, sondern die Freude an der Bewegung. Damit legen Eltern den Grundstein für einen gesunden und aktiven Lebensstil, der oft bis ins Erwachsenenalter erhalten bleibt.
Entscheidend ist nicht die Sportart, sondern die Freude an der Bewegung.