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13. Jun 2019

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Business

Unternehmensvorteil Digitalisierung

Journalist: Helmut Peters

Die digitale Trendwende ist in vollem Gang. Die Investitionen der deutschen Industrie in Digitalisierungsprojekte steigt immer deutlicher an.

Die Zahl familiengeführter Unternehmen ist in Deutschland besonders hoch. Nach einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und des Instituts für Mittelstandsforschung werden sage und schreibe circa 90 % deutscher Betriebe als Familienunternehmen geführt. Als Familienunternehmen verstehen wir über die große Zahl mittelständischer Betriebe hinaus auch die börsennotierten Großunternehmen, sofern Einzelpersonen oder Familien mindestens 30 % der Gesellschaftsanteile oder Aktien halten. Dass diese Unternehmen mit ihrem Traditionsbewusstsein und ihrer Treue zum Standort ein Rückgrat unserer Gesellschaft und unseres Landes sind, ist unbestritten. Aber wie bedroht sind diese Betriebe von der – formulieren wir es einmal überspitzt – in Lichtgeschwindigkeit voranschreitenden Digitalisierung? Wie der Wirtschaftsindex DIGITAL auf Grund seiner Befragungen hochrangiger Entscheider aus 1061 Unternehmen für das Jahr 2018 ausweist, nutzen 72,6 % aller Mitarbeiter der Unternehmen digitale Infrastrukturen und ein Fünftel der Firmen investiert mehr als zehn Prozent des Gesamtumsatzes in weiterführende Digitalisierung. Dabei treiben Cloud Computing, Smart Services, aber auch Robotik und Sensorik sowie der 3D-Druck den Digitalisierungsschub maßgeblich an.

Wenn man einmal bedenkt, dass rund zwei Drittel der Unternehmen, darunter eben auch kleinere mittelständische Betriebe, nicht selten mit Standorten in ländlichen Bereichen, mit seinen Kunden nur noch digital kommuniziert, rückt die Frage der digitalen Zukunftsfähigkeit unseres Lands ins Zentrum. Das setzt die Politik wegen der schlechten Bedingungen der Gegenwart mehr und mehr unter Handlungszwang. Wie allein der Digital- und IT-Spezialist Christian Niederhagemann, der seit Mai 2019 für die Group CIO of GEA tätig ist, einmal kritisierte, seien Breitbandverfügbarkeit und -geschwindigkeit speziell für kleine und mittelständische Unternehmen zentrale Themen. Die durchgängige Verfügbarkeit von mobilem Internet, auch außerhalb der Metropolen, ist nun einmal eine der dringendsten Aufgaben der Politik. Und nicht nur das. Auch die IT-Sicherheit muss gefördert und einheitliche Rechtsrahmen für alle Marktteilnehmer geschaffen werden.

Das betrifft alle Branchen – vom Baugewerbe über die Finanzdienstleister, den Handel, das Gastgewerbe und das Gesundheitswesen bis zum Handwerk, die Immobilienbranche und letztendlich die Industrie. Unbestritten ist bei alledem, dass sich die digitale Transformation auszahlt und dass, vor allem im Mittelstand, der konsequente Ausbau ein Garant für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen ist. Wie die Studie Digitalisierungsindex der Kasseler techconsult GmbH im vergangenen Jahr ermittelt hat, erzielten 35 % der Unternehmen dieser Branchen durch Digitalisierungsmaßnahmen eine Umsatzsteigerung. Vor allem aber, so belegt diese Quelle auch, konnten die Unternehmen die Kundenzufriedenheit um 45 %, die Produktqualität und den Service ganz deutlich steigen.

Bei aller Bereitschaft der Unternehmen, die Herausforderungen des digitalen Wandels anzunehmen, ist die Umsetzung neuer Technologien und Startups für jeden Einzelnen natürlich auch nicht einfach und zuweilen auch riskant. Es fängt ja schon damit an, dass die für die Umsetzung notwendigen IT-Spezialisten auf dem Markt immer rarer und teurer werden. Ein neues, digitalisiertes Geschäftskonzept sollte sich darüber hinaus auch immer an den bisherigen Geschäftsmodellen orientieren und stets den Kunden und seine Bedürfnisse im Fokus behalten.

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft hat im März 2019 eine hochinteressante Studie vorgelegt, in der Fallbeispiele erfolgreicher Digitalisierungsideen von mittelständischen Unternehmen vorgestellt werden. Da ist vom Familienunternehmen EMZ Hanauer GmbH die Rede, das zum Beispiel das System einer digitalen Smartphone-App entwickelt hat, mit dessen Hilfe eine kontrollierte, personenbezogene Müllentsorgung realisiert werden kann. In einem anderen Fall wird gezeigt, wie ein traditionelles Maschinenbauunternehmen mit Namen Beumer Group durch die Einführung von sogenannten Augmented-Reality-Brillen den Kontakt zum und die Kommunikation mit seinen Kunden verbessern konnte. Beim Beispiel der Stoll Gruppe GmbH legt das Unternehmen Wert auf die Verbesserung interner Abläufe durch projekt- und prozessgeführte Kommunikation. Will heißen, dass Projekte, die jeden Tag im Wandel begriffen sind, durch ein IT-Tool begleitet werden und alle beteiligten Mitarbeiter damit jeden Tag auf dem neuesten Stand sind. Schließlich ist da noch der Wellpappen-Hersteller BHS Corrugated, der mit Hilfe einer cloudbasierten Plattform den Einsatz seiner Maschinen im Austausch mit den Kunden auf unproblematische Weise zu optimieren verspricht.

2. Apr 2026

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Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.

2. Apr 2026

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Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.

2. Apr 2026

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Arbeiten im Update-Modus

Die Spielregeln der Wirtschaft verändern sich rasant und mit ihnen die Frage, was Unternehmen heute wirklich erfolgreich macht: Neue Software wird eingeführt, Abläufe werden neu zugeschnitten, Entscheidungen stärker datenbasiert getroffen. Prioritäten verschieben sich spürbar im Tagesgeschäft, neue Produkt- und Serviceverständnisse entstehen und vertraute Routinen lösen sich auf. Hinzu kommen wachsende regulatorische Anforderungen: mehr Nachweise, klarere Regeln im Umgang mit Daten, Systemen und Verträgen. Was bislang informell funktionierte, muss nun sauber dokumentiert sein. Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. >Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. In dieser Verdichtung von Veränderungen wird deutlich, wie stark der Arbeitsalltag unter Druck steht. Nicht durch einen großen Umbruch, sondern vielmehr durch die vielen kleinen, kontinuierlichen Veränderungen, die parallel passieren. Und ja – ein großer Teil davon liegt auf den Schultern der Mitarbeitenden. Umso wichtiger ist es, dass klar wird, warum sich Dinge verändern und welche Rolle jede und jeder Einzelne dabei spielt. Erst dann entsteht aus vielen Maßnahmen ein stimmiges Gesamtbild. Wofür war noch gleich die nächste E-Learning-Schulung gut? Warum ist auch das nächste Compliance-Training wirklich wichtig? Die ehrliche Antwort: Weil Lernen heute einfach dazugehört. Nicht als Selbstzweck, sondern damit Orientierung entsteht, Sicherheit wächst und sich Arbeit eben nicht wie ein undurchdringlicher Regel-Dschungel anfühlt. Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives: ein gemeinsames Verständnis und die Fähigkeit, Veränderungen nicht nur zu bewältigen, sondern aktiv mitzugestalten. >Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives.