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1. Okt 2021

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Gesellschaft

Verpackungen für die Zukunft

Journalist: Jörg Wernien

Sie sollen nachhaltig sein, wiederverwertbar und CO2-neutral produziert – die Verpackungen der Zukunft. Konsumierende und Produzenten sind in der Verantwortung.

Einmal Döner mit alles und bitte scharf für das schnelle Mahl zwischendurch – nach fünf Minuten bekommt der:die Kund:in seinen Dö-ner, eingepackt in Aluminiumfolie, für den Weg zurück. Eine Bestellung, die jeden Tag Millionenfach ausgesprochen wird und bei viele Kilogramm Aluminiumfolie verbraucht werden. Damit könnte in Zukunft Schluss sein. Der „Kebag“, entwickelt und produziert von Haepsi Packaging, wurde gerade mit dem Deutschen Verpackungspreis 2021 ausgezeichnet. Die Begründung der Jury: „Diese prämierungswürdige Verpackung adressiert einen 2-fachen Materialeinsatz. Den Döner optimiert einpacken und der Transport aus einer Hand und mit einem Material. Die 2-in-1-Lösung bedeutet für den Dönerverkäufer und Konsumenten eine innovative Prozessoptimierung.“ Damit ist der Firma die erste nachhaltige und zugleich innovative Dönertüte aus zertifiziertem FSC-Papier gelungen. 

Ein Beispiel, wie nachhaltig sich die Verpackungsindustrie inzwischen darstellt. 52 herausragende Innovationen rund um das Thema Verpackung erhielten den Deutschen Verpackungspreis 2021. „Unsere 24-köpfige Jury aus Wirtschaft, Forschung und Lehre hatte auf ihrem zweitätigen Meeting wortwörtlich alle Hände voll zu tun, um jede Einreichung zu begutachten. Am Ende stehen verdiente Sieger:innen. Zu den Gewinner:innen gehören aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten, Gewerbe, Handel, Industrie und Umwelt. Denn die Innovationen der Branche bringen noch mehr Convenience, Einkaufserlebnis, Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Sie sind High-Tech und kreativ, finden neue Wege und rüsten uns eindrucksvoll für die Herausforderungen der Zeit“, erklärt Dr. Bettina Horenburg, Director Corporate Communications bei Siegwerk Druckfarben sowie Vorstandsmitglied und Ge-samtverantwortliche für den Deutschen Verpackungspreis.

Immer mehr Händler setzen auf das Thema Nachhaltigkeit, die Konsumenten verlangen es und sind oft auch bereit dafür höhere Preise zu bezahlen. Ende letzten Jahres hatte sich der Online-Riese Zalando seine gesamte Logistik klimaneutral zu gestalten. Standen die bisherigen Versandtaschen schon zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial, werden sie jetzt durch braune, FCS-zertifizierte Papiertüten er-setzt. Die neuen Tüten wurden in Schweden getestet, kamen bei den Kund:innen gut an und werden zum Ende des Q1 2022 in 20 Ländern eingeführt. „Wir sind kontinuierlich auf der Suche nach anderen, nachhaltigeren Materialien und Möglichkeiten, unsere Verpackungen für Kreislaufsysteme fit zu machen“, sagt Masood Choudhry, Vice President Logistics bei Zalando. In Zukunft möchte man nur noch innovativere Verpackungen testen. „Aktuell testen wir Verpackungen aus 30 % Gras für Produkte unserer Pre-owned-Kategorie“, so Choudhry in einem Beitrag der Online-Händler News. 

Und das wünschen sich auch die On-line-Konsument:innen. In einer Kantar Umfrage für den Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) sagten drei von vier Befragten das umweltfreundliche Verpackungen wichtig oder sehr wichtig seien. 72 Prozent sprechen sich für einen Verzicht auf Plastik aus und 67 Prozent wünschen sich Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Papier oder Pappe. „Die Umfrageergebnisse machen deutlich: Verbraucher:innen, die regelmäßig online einkaufen, stellen heute eine ganze Reihe von Ansprüchen an umweltfreundliche Verpackungen“, erklärt VDW-Geschäftsführer Dr. Oliver Wolfrum in einer Presseinformation seines Verbandes. 

„Wir reden keinen Müll – wir machen einfach weniger“ so wirbt der Fast-food-Riese McDonald´s Deutschland für einen Test eines neuen Verpackungskonzeptes an 30 ausgewählten Standorten. 70 Prozent der bisherigen Kartonverpackungen sollen damit eingespart werden. Die Burger werden hier in ein spezielles Wickelpapier aus Gras verpackt. Auch der Lebensmittellieferant Delivery Hero setzt auf das Thema Müllvermeidung. Bis Ende des Jahres 2022 wollen die Food-Experten ein globales nachhaltiges Verpackungsprogramm für die lokalen Restaurants anbieten. 10 Millionen pflanzenbasierte Behälter werden ausgeliefert, um damit die CO2-Emissionen zu senken. 

Es passiert also auf der Seite der Verpackungen eine ganze Menge, die Branche ist im Umbruch und wird in den nächsten Monaten und Jahren noch viele innovative und nachhaltige Produkte auf den Markt bringen, weil es die Kund:innen und Konsument:innen so wollen.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“