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20. Apr 2026

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Wirtschaft

Versicherungen sind das Fundament der Finanzinnovation – mit Bastian Kunkel

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Mohamed Hamdi/unsplash, Richard Bejick

Bastian Kunkel, Geschäftsführer und Gründer des Online-Versicherungsmaklers „Versicherungen mit Kopf“ (VMK), plädiert dafür, Versicherungen neu zu denken – nicht als Pflichtprodukt, sondern als strategisches Fundament moderner Finanzarchitektur.

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Bastian Kunkel, CEO & Gründer „Versicherungen mit Kopf“ und Spiegel-Bestseller-Autor

Next Finance steht für KI, Blockchain und neue Anlageformen. Warum werden Versicherungen in dieser Debatte oft unterschätzt, obwohl sie für finanzielle Stabilität eine Schlüsselrolle spielen?

Versicherungen haben ein Image- und ein Prioritätenproblem. In Debatten über KI, Blockchain und neue Anlageformen geht es meist um Rendite, Geschwindigkeit und Innovation. Absicherung klingt dagegen weder innovativ noch spannend. Dabei ist genau sie die Grundlage von nachhaltiger, finanzieller Stabilität. Ohne funktionierende Risikoabsicherung ist jede noch so smarte Finanzinnovation ein wackeliges Kartenhaus.

Die neue Finanzära soll offener und kooperativer werden. Wie gut funktioniert heute das Zusammenspiel von Versicherern, Banken und Fintechs?

Theoretisch reden alle von Kooperation, praktisch kocht noch jeder sein eigenes Süppchen. Banken denken meist in Produkten, Versicherer in Risiken, Fintechs in Nutzererlebnissen. Das passt noch nicht sauber zusammen. Aber es bewegt sich etwas. APIs, Plattformmodelle und Embedded Insurance zeigen, dass Zusammenarbeit funktionieren kann – wenn man bereit ist, alte Silos aufzugeben. Das fällt der Branche und den Entscheidern oft noch schwer.

Versicherungen können Kapitalmarktlogik und lebenslange Vorsorge sinnvoll verbinden.

KI verändert die Risikobewertung grundlegend. Macht sie Versicherungen transparenter und fairer?

KI kann Prozesse objektiver machen – aber nur, wenn die Daten sauber sind. Algorithmen bewerten Risiken schneller und konsistenter als Menschen, das ist ein Vorteil. Allerdings wird ein schlechter bisheriger Prozess nur durch KI auch nicht plötzlich zu einem guten Prozess. Das sollte man bei Optimierungen immer bedenken. Spannend könnte es werden, wenn dann eine KI einen Schaden ablehnt. Vorher hätte man noch mit dem Sachbearbeiter diskutiert, weil er vielleicht was übersehen hat. Diese Argumente ziehen dann bei einer objektiven und transparenten KI nicht mehr, weil diese bereits alle Szenarien umfassend bewertet hat. Wir bei Versicherungen mit Kopf glauben daran, dass in vielen Fällen die finale Verantwortung und vor allem auch das Vertrauen beim Menschen bleibt.

Mit Altersvorsorgedepot und Frühstart-Rente will der Staat privates Investieren stärken. Können Versicherungen dabei als Brücke zwischen Kapitalmarkt und Altersvorsorge dienen?

Ja, absolut. Versicherungen können Kapitalmarktlogik und lebenslange Vorsorge sinnvoll verbinden. Gerade bei staatlichen Modellen wie Altersvorsorgedepot oder Frühstart-Rente braucht es Vehikel, die Risiko streuen, steuerlich effizient sind und planbare Auszahlungen ermöglichen. Versicherungen sind hier kein Gegenspieler des Kapitalmarkts, sondern dienen eher wie ein „Übersetzer“ in lebenslange Sicherheit.

Ein zentrales Ziel von Next Finance ist der einfachere Zugang zum Finanzsystem. Warum empfinden Menschen Versicherungen dennoch als kompliziert?

Zig Gesetze, Ausnahmen, was ist wann versichert und was nicht, sorgt eben für diese Komplexität, ist aber im gleichen Zuge auch nötig, damit im Schadenfall klar ist, ob eine Leistung erfolgen kann oder nicht. Das ist zum einen ein Kommunikationsproblem der Branche, aber zum anderen auch – und das gehört zur Wahrheit eben auch dazu – ein Prioritätenproblem der Menschen. Versicherungen kann man heute relativ einfach verstehen, wenn man will. In unserer täglichen Online-Beratung merken wir: Sobald man Versicherungen in Lebensrealität übersetzt, sinkt die Komplexität sofort.

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.