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17. Mär 2021

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Gesundheit

Volkskrankheit Rücken: Das Kreuz mit dem Kreuz

Journalist: Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer

Rückenleiden gehören zu den Volkskrankheiten. Wir sitzen meist zu viel, bewegen uns zu wenig und ernähren uns einseitig. Der überwiegende Anteil der akuten Rücken-schmerzen beruht auf muskulären Verspannungen. 

Der Rücken ist ein zentrales Körper-teil, aber eben viel mehr als ein Organ, er ist ein psychosomatisches Organ. Zu Gründen von Rückenschmerzen gehören neben den physischen Belastungen auch psychologische Faktoren wie Angst, Traurigkeit oder negativer Stress, der körperliche Anspannung bewirkt. Dauerstress oder übergroßer Druck führen dazu, dass aus Anspannung Verspannung wird. Und schmerzhafte, chronische Verspannungen führen schließlich zu ungesundem Vermeidungsverhalten bzw. Schonhaltungen, die letztendlich verantwortlich für Gelenkverschleiß und Bandscheibenvorfälle sein können. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass in Deutschland viel zu schnell operiert wird, das zeigen aktuelle Studien der Krankenkassen. Insofern ist immer wieder zu betonen: Es gibt in vielen Fällen Alternativen zur Operation, es gibt schonendere und ambulante Verfahren, wie die Mikrotherapie. Die Verfahren der Mikrotherapie, eine Zusammenführung und Weiterentwicklung von interventioneller Radiologie, Endoskopie und Schmerztherapie als ambulante Verfahren, lassen sich gerade an Rückenerkrankungen, beispielsweise Bandscheiben oder Arthrose-Wirbelgelenke, sehr erfolgreich und für Patienten schonend einsetzen. Normalerweise wird in der Radiologie der Computer- oder Kernspintomograph nur zur Diagnostik benutzt. Da aber die die bildliche Auflösung im Millimeterbereich liegt, können auch immer winzigere Instrumente unter Sicht mit diesen Sichtmethoden gesteuert werden. Gleich-zeitig wird in den letzten Jahren auch das Instrumentarium für Operationen und anderen Behandlungen (z. B. zur Biopsie, zur Endoskopie oder Implantation von Schmerztherapiesonden) immer kleiner.  Die Durchmesser der Instrumente liegen zwischen 0,1 und drei Millimetern, häufig sogar schon unter einem Millimeter, und sie können punktgenau unter Sicht platziert werden. Der Patient wird zur Behandlung auf der Liege so positioniert, dass die zu therapieren-de Region optimal zu erreichen ist und im Tomographen sichtbar gemacht werden kann. Es gibt bereits Geräte, die so konzipiert sind, dass in ihnen lokal, Anti-Schmerzmedikamente injektiert oder operiert werden kann (z. B. ein offener Kernspintomograph). Die meisten Eingriffe erfolgen bei lokaler Betäubung. Während der Behandlung kann der Arzt sich mit dem Patienten unterhalten. Die mikroinvasiven Ein-griffe sind in der Regel ohne Narkose durchführbar und schmerzlos.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.