Diesen Artikel teilen:

13. Apr 2026

|

Lifestyle

Vom Anime fürs Leben lernen – mit Rafael Raev (@raafey17), YouTuber & Anime-Experte

Journalist: Julia Butz

|

Foto: Frederic Lascours/unsplash, Yung Eye

Rafael Raev aka Raafey ist eine feste Größe der Anime-Szene. Im März veröffentlichte er sein erstes Buch: „Das Anime-Mindset: Was du von Naruto, Ruffy & Co. lernen kannst."

Raafey_Copyright_Yung Eye Online.jpg

Rafael Raev (@raafey17), YouTuber & Anime-Experte

Raafey, erinnerst du dich an den ersten Anime-Moment, der sich in dein Gedächtnis eingebrannt hat? Ich denke Dragon Ball war der echte Startschuss. Die Wucht war einfach eine komplett andere, als die Cartoons, die man bis dahin kannte. Wenn San Goku, eine der Hauptfiguren, neue Techniken einsetzt oder sich verändert, denkt man als Kind einfach nur: „Wow, wie unfassbar cool!“ Du feierst die Action, die Power. Dabei geht es gar nicht wirklich darum, Gegner zu besiegen. Sein wahrer Gegner ist eher er selbst. Er will an sich wachsen, stärker werden als gestern, seine eigenen Grenzen überwinden. Und das ist eine unglaublich starke Botschaft. Gerade für ein Kind, das noch gar nicht weiß, dass es diese Botschaft gerade aufsaugt. Viele Dinge bei Dragon Ball habe ich erst Jahre später wirklich verstanden.

Wenn du deinem jüngeren Ich sagen könntest, was diese Geschichten mit deinem Leben machen. Was wäre das? Ich glaube, ich würde sagen: Diese Geschichten sind nicht nur cool. Sie werden dir beibringen, wie man wächst. Wie man mit Glück umgeht. Wie man mit Wut umgeht. Und wie wichtig es ist, Menschen verstehen zu wollen. Und irgendwann wirst du merken: Das sind keine „Zeichentrickserien“. Das sind Wegweiser. Dass ich Dragon Ball einen großen Teil meines beruflichen Weges verdanke, einfach weil ich so viel Content dazu gemacht habe – das hat sich mein jüngeres Ich allerdings kaum vorstellen können.

Diese Geschichten sind nicht nur cool. Sie werden dir beibringen, wie man wächst. Wie man mit Glück umgeht. Wie man mit Wut umgeht.

In welchen Momenten deines Lebens fühlst du dich deinen Lieblingsfiguren am nächsten? Dann, wenn ich selbst wachse. Wenn ich merke, dass ich an mir arbeite. Oder wenn ich mit Zweifeln kämpfe und trotzdem weitermache. Genau in diesen Momenten wird einem bewusst: Diese Figuren sind nicht einfach nur Unterhaltung. Anime und Manga haben so viele Charaktere, die unterschiedliche Facetten unseres eigenen Wesens widerspiegeln. Deshalb ist es fast unmöglich, das auf eine einzige Figur herunter zu brechen. Aber um einige Beispiele zu nennen: Naruto, der junge Ninja aus dem gleichnamigen Anime, hat mich auf jeden Fall stark geprägt. Dieses Mindset, ein klares Ziel zu verfolgen und auf dem Weg dorthin seinen Prinzipien treu zu bleiben, das finde ich extrem kraftvoll. Yuji Itadori aus Jujutsu Kaisen inspiriert durch seinen Umgang mit Verantwortung. Wie du lernst, sie anzunehmen, statt vor ihr wegzulaufen. Oder wie Isagi in Blue Lock – das auf den ersten Blick nur übertriebenen Ego-Fußball zeigt – demonstriert, wie radikaler Fokus und Commitment enormes Potenzial entfalten kann. Fast jeder Anime, auch der, der auf den ersten Blick vielleicht rein unterhaltsam wirkt, trägt etwas in sich, dass man auf das eigene Leben übertragen kann. Genau das inspiriert mich an der japanischen Erzählweise so sehr. Ich habe oft das Gefühl, dass Anime und Manga ihrem Publikum, auch den jüngeren Zuschauern, viel zutrauen. Emotional, thematisch, philosophisch.

Natürlich sind Anime Fiktion. Und ja, sie sind oft auch überzeichnet, dramatisch, größer als das Leben. Aber das bedeutet nicht, dass sie damit irrelevant sind. Im Gegenteil. Man erkennt sich selbst in den Figuren wieder und versteht dadurch das eigene Leben manchmal ein Stück besser.

Anime und Manga haben so viele Charaktere, die unterschiedliche Facetten unseres eigenen Wesens widerspiegeln.

Factbox

In über acht Jahren hat der 25-jährige Content Creator aus Herford mehr als 260 Millionen Views gesammelt und eine Community von rund 15 Millionen Genre-Fans aufgebaut. In seinen Live-Reactions und Analysen lotst er Neulinge und Nerds humorvoll durch das japanische Kulturphänomen.

29. Apr 2026

|

Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.