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23. Jun 2026

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Gesundheit

Von der Praxis ins Wohnzimmer

Journalist: Julia Butz

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Foto: Getty Images/unsplash

Tierarzt plus Heimgerät: So bleibt der Bewegungsapparat des Lieblings fit und beweglich.

Der Sprung ins Auto fällt schwerer, Treppen werden langsamer genommen, die Spielfreude sinkt: Hinter der allgemeinen Bewegungsunlust bei Tieren können oftmals Gelenkbeschwerden, Verspannungen oder altersbedingter Muskelabbau stecken. Und genau wie beim menschlichen Vorbild unterstützt Physiotherapie auch unsere Vierbeiner dabei, die Beweglichkeit zu verbessern und die Muskulatur wieder aufzubauen. Bei der manuellen Therapie werden durch gezielte Handgriffe die Gelenke mobilisiert, Blockaden gelöst und verspannte Muskeln gelockert, in der Bewegungstherapien führen die Tiere Übungen durch, die Kraft, Koordination und Gleichgewicht fördern. Beim Training im Unterwasserlaufband entlastet der Auftrieb des Wassers die Gelenke, während gleichzeitig ein intensiver Muskelaufbau ermöglicht wird.

Physikalische Anwendungen sind ebenso wichtiger Bestandteil der rehabilitativen Veterinärmedizin. Wärme, Kälte, Licht, elektrischer Strom oder mechanischen Schwingungen werden gezielt eingesetzt, um Heilungsprozesse zu unterstützen oder Schmerzen zu lindern: Ultraschallwellen können die Durchblutung fördern und die Stoffwechselaktivität anregen und werden häufig als ergänzendes Heilmittel bei Muskelproblemen, Sehnenreizungen oder chronischen Beschwerden angewendet. Die Magnetfeldtherapie arbeitet mit elektromagnetischen Impulsen, die den Organismus stimulieren. Auch hier geht es darum, körpereigene Prozesse anzuregen, wie die Durchblutung, den Zellstoffwechsel oder die Regeneration von Gewebe; Energie in den Körper zu bringen und die Gewebestrukturen zur Unterstützung des Heilungsprozesses zu stimulieren. Dasselbe Ziel verfolgt die Elektrotherapie bei der je nach Anwendungsfall niedrig- oder hochfrequente Ströme durch das Gewebe strömen. Elektrotherapie in der Tiermedizin wird für eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, vor allem in den Bereichen Muskelrehabilitation, Schmerztherapie oder Nervenschädigung.

Der wahre Erfolg von Physiobehandlungen gründet auf Kontinuität.

Besonders ältere Tiere profitieren, da die physikalischen Anwendungen dem altersbedingten Abbau der Muskeln verlangsamen und Beschwerden vorzubeugen können, dabei aber gleichzeitig die Gelenke schonen. Der wahre Erfolg von Physiobehandlungen gründet allerdings auf Kontinuität. Nur durch beständige Anwendungen wird ihre volle Wirkung entfaltet. Inzwischen erleichtern speziell entwickelte Heimgeräte den Alltag vieler Tierbesitzer und machen professionelle Therapien auch jenseits der Tierarztpraxis zugänglich. Die kompakten Geräte für Ultraschall-, Elektro- oder Magnetfeldanwendungen lassen Therapie leichter in den Alltag integrieren, statt nur in größeren Abständen auf Praxisbesuche angewiesen zu sein.

Natürlich braucht es auch hier Wissen und einen klaren Plan. Nicht jede Anwendung passt zu jedem Tier, und gerade bei Operationen, zur Nachsorge oder im vorbeugenden Bereich sollte immer genau entschieden werden, was sinnvoll ist. Erst wenn der Tierarzt genau eingeordnet hat, was dem Tier fehlt und welche Behandlung sinnvoll ist, kann Tierphysiotherapie wirklich gezielt helfen.

Nicht jede Anwendung passt zu jedem Tier.

Factbox

Die weltweite Marktgröße für die tierärztliche Rehabilitation wurde 2025 auf 1,4 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2033 3,1 Milliarden US-Dollar erreichen. Nordamerika dominierte den globalen Markt für tierärztliche Rehabilitation mit dem größten Umsatzanteil von 35,9 % im Jahr 2025. Quelle: Markt für tierärztliche Rehabilitation (2026 - 2033), www.grandviewresearch.com

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.