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30. Sep 2021

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Gesellschaft

Was macht eine erfolgreiche Smart City aus?

Journalist: Alicia Steinbrück

José David da Torre,

Geschäftsführer der  Digitalstadt Darmstadt GmbH
Foto: Presse

Eine erfolgreiche Smart City ist nicht nur eine technische Errungenschaft, sondern auch eine von digitaler Souveränität. Da in der Smart City digitale Prozesse genutzt werden, um Alltag und Leben der Bürger- Innen und BesucherInnen zu erleichtern, darf deren Selbstbestimmung und Freiheit dabei niemals eingeschränkt werden. Die Smart City darf also nicht technologienaiv sein: BürgerInnen müssen in die Entwicklungen eingebunden sein und partizipieren. Das Modell ist also ein anderes, weit ab von Konzernen, die den Wert von Daten auf das Monetäre reduzieren oder wie bei asiatischen Metropolen, in denen Sicherheitsempfinden mit Überwachung und Einschränkung kollidieren. In der Smart City werden intelligente Systeme eingesetzt, die konkrete Lösungen für die drängenden Herausforderungen der Stadt und ihrer EinwohnerInnen bieten. In der Digitalstadt Darmstadt setzen wir beispielsweise Sensoren und das Internet der Dinge datenschutzkonform ein. Wir messen den Verkehrsfluss und die Güte der Luftqualität, um den Lebensraum zu optimieren und messen so auch den Fortschritt unserer adäquaten Modernisierung durch Digitalisierung. Wir agieren dabei mit Akteuren in allen relevanten städtischen Handlungsbereichen. Oberste Prämisse: Nie die Souveränität über Daten, Cybersicherheit und Entwicklung aus den Augen zu verlieren. Mit diesem Vorsatz lassen sich dann auch Verwaltungsprozesse digitalisieren, die dem Einzelnen den Weg zum Amt einsparen. Ziel einer Smart City in Deutschland sollte also sein, eine intelligente Stadt zu bauen, die mittels moderner Technologien das Leben erleichtert – mit voller Sicherheit und Freiheit. Darmstadt ist die Blaupause für diese Entwicklung.


Christian Pfromm,

Chief Digital Officer (CDO)  der Stadt Hamburg
Foto: Senatskanzlei/Magunia

Für eine wachsende Stadt wie Hamburg ist Digitalisierung ein wichtiges Instrument, um aktuelle Zukunftsfragen in allen gesellschaftlichen Bereichen an-zugehen. Für uns steht der Mensch dabei im Mittelpunkt. Das macht für mich eine erfolgreiche Smart City aus. Mit der „Digitalstrategie für Hamburg“ haben wir uns strategische Leitlinien gesetzt, mit denen wir die Digitalisierung zum Nutzen der Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen voranbringen wollen. Zum Beispiel eröffnen digitale Technologien neue Möglichkeiten für eine klimaschonende Mobilität. So werden an hunderten Stellen in unserer Stadt in Echtzeit anonyme Verkehrsdaten erhoben. Der Verkehr kann dadurch zielgenauer gesteuert und die Straßenführung präziser geplant werden. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, es profitieren auch alle Verkehrsteilnehmer. Außerdem wollen wir das Erhaltungsmanagement der Grünflächen digitalisieren, um unter anderem den ökologisch in vielerlei Hinsicht wichtigen Erhalt der unversiegelten Flächen ressourcenschonender und ganzheitlich koordinieren zu können. Digitalisierung ist vor allem dann erfolgreich, wenn die Angebote der Digitalen Stadt einen erlebbaren Nutzen haben und greifbare Vorteile bieten.


David Weber,

Head of Smart City Zurich
Foto: Presse

Wir können heute noch nicht voraussagen, welche Herausforderungen in Zukunft auf Städte zukommen und welche Mittel sich eignen, um diese zu bewältigen. Die Corona-Krise hat anschaulich gezeigt, dass eine moderne Verwaltung bereit sein muss, auf neue Veränderungen flexibel und pragmatisch zu reagieren. Um für diese Unsicherheit wirkungsvolle Antworten zu finden, streben wir mit Smart City Zürich eine intelligente Vernetzung der Akteur/innen und Informationen an – zum langfristigen Wohl aller Bewohnerinnen und Bewohner. 

Die Corona-Krise hat ebenfalls veranschaulicht, dass Herausforderungen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können. Die Themen Gesundheit, Umwelt und Mobilität beispielsweise beeinflussen sich gegenseitig und sollten kooperativ bearbeitet werden. Durch eine dienstabteilungsübergreifende Zusammenarbeit stellt die Stadt Zürich sicher, dass wir der Verzahnung von Herausforderungen gerecht werden.

Eine erfolgreiche Smart City arbeitet deshalb über die Grenzen von Dienstabteilungen und Organisationen hinaus und vernetzt Akteure aus Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um gemeinsame Wirkung zu erzielen. Dabei stellt sie die Bedürfnisse ihrer Anwohnerinnen und Anwohner immer ins Zentrum und stellt sicher, dass neue Technologien als Mittel, diese Bedürfnisse zu decken, eingesetzt werden und nicht als Selbstzweck.

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!