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23. Okt 2020

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Gesundheit

Weniger ist mehr!

Journalist: Chan Sidki-Lundius

Das Fasten hat in vielen Gesellschaften eine lange Tradition.


Andrea Chiappa, Ernährungswissenschaftler und Diätberater; Foto: Presse

Muslime üben sich beispielsweise im Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in Enthaltsamkeit. Auch in Deutschland verzichten immer mehr Menschen ein- bis zweimal pro Jahr für eine Woche oder länger auf feste Nahrung, weil sie sich davon Zufriedenheit, Leichtigkeit und neue Energie versprechen. Oder sie nutzen das Fasten als Zäsur, um mit „schlechten“ Gewohnheiten zu brechen und diese durch gesündere zu ersetzen. Das Fasten zu Hause hat Vorteile: Es kostet nichts und bietet die Chance, die neuen Erfahrungen und Lebensgewohnheiten auch in der Zeit danach in den Alltag hinüberzuretten. 

„Jeder, der gesund und leistungsfähig ist, keine kontrollpflichtigen Medikamente benötigt und sich zutraut, den Anleitungen zum Fasten diszipliniert zu folgen, kann allein fasten. Fasten in der Gruppe und außerhalb des beruflichen Alltags führt jedoch in der Regel zu positiveren Fastenerfahrungen“, so die Erfahrung von Andrea Chiappa von der Deutschen Fastenakademie.

Je besser es gelingt, die Aufbautage und die Zeit unmittelbar danach bewusst zu gestalten, desto vielversprechender kann der Fastenerfolg sein. In jedem Fall gilt: Weniger ist mehr! Der Körper muss sich langsam wieder an das Essen gewöhnen. „Erfahrungsgemäß haben sich das Frühjahr, Herbst und Januar als gute Phasen für das Fasten herausgestellt“, so der Er-nährungswissenschaftler Andrea Chiappa. 

Zu den bekanntesten empfohlenen Fastenmethoden gehört das Heilfasten nach Buchinger/Lützner. Diese beinhaltet eine niederkalorische Trinkkur in Kombination mit Bewegungs- und Entspannungstraining. Neben fastenunterstützenden Maßnahmen wird auch Wissen über 

die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit vermittelt. Richtig durchgeführt ist die Fastenmethode nach Buchinger/Lützner eine einfache und wirkungsvolle Gesundheitsmaßnahme, die der Prävention zahlreicher Krankheiten dient und ein idealer Einstieg in eine Lebensstilmodifikation sein kann. Darüber hinaus fördert das Fasten nach Buchinger/Lützner die Selbstbestimmung und führt zu mehr Achtsamkeit gegenüber den eigenen Bedürfnissen, den Mitmenschen und der Umwelt. Wichtig: Bestimmte Menschen sollten Abstand vom Fasten nehmen oder sich in jedem Fall von ihrem Arzt beraten lassen. Dazu gehören unter anderem Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck, Typ-1-Diabetiker, Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit, Menschen mit Essstörungen und Krebspatienten. 

Fünf Tipps für eine gelungene Fastenkur

  1. Starten Sie mit zwei bis drei Entlastungstagen mit leichter Kost, bei der Sie bereits Genussmittel, Fettreiches und Fertiggerichte weglassen.
  2. Trinken Sie beim Fasten zwei bis drei Liter pro Tag, am besten Heilwasser mit vielen Mineralstoffen und basisch wirkendem Hydrogencarbonat sowie Kräutertees.
  3. Bewegen Sie sich an jedem Fastentag mindestens 60 Minuten an der frischen Luft. Dabei sollte Ihnen so richtig warm werden.
  4. Sorgen Sie während des Fastens täglich für mindestens 30 Minuten aktiver Entspannung. Neben Yoga und Meditation sind auch Saunagänge wohltuend.
  5. Beginnen Sie nach dem Fasten langsam, achtsam und bewusst wieder zu essen. Kauen Sie gründlich, achten Sie auf das Sättigungsgefühl, trinken und bewegen Sie sich reichlich. Es gilt: Auch Aufbautage sind Fastentage!Weitere Informationen unter: www.fastenakademie.de

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.