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13. Apr 2026

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Lifestyle

Wer Gamer erreichen will, muss authentisch sein

Journalist: Hauke Brost

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Foto: Onur Binay/unsplash

Gamer sind klüger und kritischer, als die meisten Werber und Marketing-Strategen glauben. Neue Umfragen zeigen, wie wichtig Authentizität in der Community ist.

Die spannende Nachricht stand eher versteckt in einer groß angelegten Studie des US-Journals „Computer in Human Behavior“: Je stärker Design und Inhalt eines Computerspiels mit der Lebensrealität der Gamer übereinstimmen, desto glaubwürdiger und authentischer empfinden sie das Spiel. Demnach ist Gaming nicht nur pure Unterhaltung und Zeitvertreib, sondern auch Teil der eigenen kulturellen Identität. Wer sich in einem Game wiederfindet, spielt länger und mit mehr Spaß, so die Studie. Das bedeute aber nicht zwangsläufig, dass erfolgreiche Games bestenfalls im „Hier und heute“ spielen müssten: Gamer seien durchaus bereit, sich in fremde, längst vergangene oder Fantasy-Welten hineinzuversetzen – nur müsse auch das möglichst glaubwürdig, real oder eben „authentisch“ sein. Wenn zum Beispiel in einem mittelalterlichen Szenario eine grau gekleidete, verlebt wirkende Frau einen Eimer Urin in den Rinnstein kippt, kann das zwar gängige Vorurteile bedienen – aber auch rasch als Klischee erkannt und von den Gamern mit negativen Emotionen und Reaktionen abgestraft werden.

Authentizität in der Gamer-Community wird immer wichtiger und gilt als Schlüssel zum Erfolg nicht nur bei Spiele-Design und -Inhalten, sondern auch als Grundvoraussetzung für Werbetreibende, Influencer, Content-Creator und Podcaster. Unbedingte Authentizität erwartet die überwältigende Mehrheit der Gamer auch in MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games) wie WoW oder Guild Wars 2, wobei die Möglichkeit, Figuren oder Werkzeuge weitgehend selbst gestalten zu können, als besonders positiv und „authentisch“ empfunden wird. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Untersuchung im „Journal of Business Research“. Ihr zufolge erhöht die Authentizität eines Games die Bereitschaft, für virtuelle Dinge Geld auszugeben, massiv. Andererseits reagieren Gaming-Communities extrem sensibel auf Inhalte, die als „künstlich“ wahrgenommen werden, wozu vor allem unpassende Werbung und manipulierte Spielelemente gehören.

Je stärker Design und Inhalt eines Computerspiels mit der Lebensrealität der Gamer übereinstimmen, desto glaubwürdiger und authentischer empfinden sie das Spiel.

Der Trend zur unbedingt notwendigen Authentizität hat offenbar mehrere Ursachen. Zum einen funktionierte die Kommunikation innerhalb einer gesellschaftlichen Gruppe noch nie so schnell und direkt wie heute. Stichwort Vernetzung: Gamer tauschen sich miteinander in Echtzeit aus, positive Erfahrungen und Eindrücke werden unmittelbar geteilt – aber eben auch ablehnende, als negativ empfundene. Sobald sich Gamer getäuscht fühlen und mangelnde Authentizität beklagen, posten sie das in den Sozialen Medien, früher hätte man gesagt: Es spricht sich blitzschnell herum. Streaming-Plattformen wie Twitch oder YouTube sind die Orte, an denen über „authentisch“ oder „gefaked“ entschieden wird. Umso wichtiger ist die „Authentizitätsarbeit“ mit dem Ziel, höhere Akzeptanz, Vertrauen und langfristige Bindung zu erreichen.

Zum anderen sind enthusiastische Gamer generell kritischer als die Gesamtbevölkerung und neigen dazu, Sachverhalte und Meinungen nicht ungeprüft zu übernehmen. Was auf den ersten Blick verblüffend klingt, ist das vielleicht wichtigste Ergebnis einer großen Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung aus dem letzten Jahr („Das demokratische Potenzial von Gaming-Communitys besser nutzen“) mit über 6.000 befragten Internet-Nutzern ab 16, darunter mehr als 1.200, die sich als „Gaming-Enthusiasten“ bezeichnen. Von letzteren gaben 45 Prozent an, dass sie innerhalb der letzten 12 Monate an einer Unterschriftensammlung oder einer anderen Maßnahme zur Bürgerbeteiligung teilgenommen hätten. Im Bundesschnitt traf das nur auf 39 Prozent zu. Noch eindrucksvoller war das Ergebnis, als nach „politischen Kommentaren in Social-Media-Kanälen“ gefragt wurde: 43 Prozent hatten schon mal einen solchen Kommentar abgesetzt, im Bundesschnitt waren es nur 25 Prozent. Auch auf politische Demos gehen begeisterte Gamer häufiger (27 Prozent) als der Durchschnitt (14 Prozent). Die Studie befasst sich zwar vorrangig mit der Funktion von Gamer-Communitys als Kanäle der politischen Meinungsbildung („Gaming-Communitys sind alles andere als unpolitisch“), die Ergebnisse lassen sich allerdings leicht auf das Thema Authentizität übertragen: Wer sich für Politik und Demokratie interessiert, schaut insgesamt kritisch auf Angebote, die ihm oder ihr im Netz gemacht werden und fragt sich häufiger, ob sie glaubhaft, also authentisch sind.

Ob Politik, Produktwerbung oder anderer Content: Wer die Gamer-Szene erreichen und mit Authentizität überzeugen will, da sind sich die Experten einig, muss leidenschaftliche Gamer in die Kampagne einbinden. Das beginnt beim Sprachgebrauch in den Foren und hört mit der glaubwürdigen Gestaltung von Avataren noch lange nicht auf. Über 37 Millionen Deutsche sind gelegentliche oder leidenschaftliche Gamer, 79 Prozent von ihnen sind über 18 – es handelt sich also um eine wichtige, vielleicht trotzdem um die am meisten unterschätzte Zielgruppe.

Factbox

Authentizität ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema innerhalb der Gamer-Kultur geworden. Nicht nur für Spieler, sondern auch für Entwickler, Marken, Streamende und Forscher. Authentizität führt zu stärkerer Bindung an ein Game und zu Vertrauen in Communitys und Marken.

11. Jun 2026

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Lifestyle

Neues Leben für Schuhe

Die wichtigste Verbindung zwischen Sportler und Untergrund ist der Schuh. Doch was, wenn das geliebte Paar an Grip verliert oder undicht wird, das Obermaterial aber noch top in Schuss ist? Statt neue und oft erst einmal unbequeme Schuhe zu kaufen, setzen Athleten mit der Neubesohlung auf eine nachhaltige Alternative. Für sie ist die reparierte Ausrüstung keine Notlösung, sondern die bewusste Entscheidung, die Lebensdauer ihrer hochwertigen Sport- und Outdoorschuhe zu verlängern. Wer sich für eine fachmännische Neubesohlung entscheidet, tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern investiert auch in den eigenen Komfort. Oft müssen neue Schuhe erst eingelaufen werden. Blasen und Druckstellen sind der Preis in der Eingewöhnungszeit. Beim Neubesohlen von Schuhen behält man das perfekt an den Fuß angepasste Obermaterial. Der Schuh sitzt sofort und hat dank der neuen Sohle wieder den Grip eines brandneuen. Die Entscheidung, die Lebensdauer der eigenen Schuhe zu verlängern, hat auch eine wirtschaftliche Komponente. Oft kostet eine professionelle Neubesohlung durch den Hersteller oder einen Schuster nur einen Bruchteil des Neupreises. Gerade bei Premium-Schuhen rechnet sich die Investition. Wo es auf die Performance ankommt, kann die Neubesohlung ein Upgrade sein. Je nachdem, für welche Gummimischung man sich bei der Neubesohlung entscheidet, bekommt ein in die Jahre gekommener Schuh mit einer modernen Sohle mehr Grip als er im Originalzustand hatte. Und auch modisch kann man Akzente setzen und sich für eine neue Sohle in Trendfarbe entscheiden. >Oft müssen neue Schuhe erst eingelaufen werden. Blasen und Druckstellen sind der Preis in der Eingewöhnungszeit. Die Herstellung von Schuhen gilt als äußerst energie- und ressourcenintensiv. Kunststoffe, Klebstoffe und viele andere Materialien haben einen großen ökologischen Fußabdruck. Dieser wird kleiner, wenn man bei Verschleiß nur die Sohle austauscht und den Rest des Schuhs weiterverwendet. Das spart wertvolle Ressourcen und vermeidet unnötigen Abfall. Ob ein Schuh sich zur Neubesohlung eignet, sollte man schon vor dem Kauf in Erfahrung bringen. Wenn die Sohle mit dem Rest des Schuhs untrennbar verbunden ist, stößt das Reparatur-Handwerk an seine Grenzen. Andere Schuhe, darunter auch viele Wanderstiefel und Kletterschuhe, ermöglichen den problemlosen Austausch der Sohle. Ein Indikator für Laien ist, ob der Hersteller selbst einen Reparaturservice anbietet. Dort können originale Leisten verwendet werden, sodass die Passform exakt erhalten bleibt. In vielen Fällen ist auch der örtliche Schuster eine gute Wahl, um Schuhen mit abgetragenen Sohlen ein zweites Leben zu bescheren. So bleibt verlässliches Schuhwerk im Einsatz. Nichts ist verlässlicher als ein Schuh, der sich über Jahre hinweg bewährt hat und durch eine frische Sohle die Performance zurückbekommt, die im Alltag oder für das nächste Abenteuer gebraucht wird. >Andere Schuhe, darunter auch viele Wanderstiefel und Kletterschuhe, ermöglichen den problemlosen Austausch der Sohle.

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.