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30. Jun 2026

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Business

Zwischen Vielfalt und Verlässlichkeit – mit Markus Suchert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Systemgastronomie e. V.

Journalist: Julia Butz

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Foto: BdS, Lexie Barnhorn/unsplash

Der Gastronomiemarkt entwickelt sich stetig weiter. Systemgastronomie nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

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Markus Suchert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Systemgastronomie e. V.

Von Bowl bis Burrito, von Brötchen bis Burger: Deutschlands Systemgastronomie ist längst ein fester Bestandteil des alltäglichen Essverhaltens. Ein schlankes Organisationsprinzip, das Gastronomie mit unkomplizierten Abläufen und einem verlässlichen Qualitätsversprechen in Serie bringt, ohne dabei die Vielfalt zu verlieren. Neben großen, international bekannten Marken haben sich zahlreiche zeitgemäße Foodservice-Konzepte etabliert, die neue Impulse setzen.

So unterschiedlich die Betriebe auch sind, sie folgen einem gemeinsamen Prinzip aus genormten Prozessen, die Einkauf, Personalplanung und Betriebsabläufe effizient steuerbar machen. „Das schafft Planungssicherheit, erleichtert den Arbeitsalltag und stärkt die Wirtschaftlichkeit“, so Markus Suchert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Systemgastronomie e. V., BdS. Dessen Mitgliedsunternehmen versorgen täglich mehr als vier Millionen Gäste in Deutschland. Der Verband vertritt ihre Interessen bei Themen wie Fachkräftesicherung, politischen Rahmenbedingungen und fairem Wettbewerb. Dazu gehört auch die dauerhafte Rückkehr zum reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Speisen. „Für die Systemgastronomie ist das ein dringend notwendiges Signal“, betont Markus Suchert. Insbesondere mittelständisch geprägte Unternehmen standen zuletzt erheblich unter Druck: „Viele Betriebe konnten die gestiegenen Kosten bei Energie, Lebensmitteln und Personal nur begrenzt an die Gäste weitergeben, haben die Belastungen lange aus eigener Kraft getragen, um attraktive Preise zu sichern und den Gästerückgang nicht weiter zu verschärfen“, so Suchert. Die reduzierte Mehrwertsteuer stabilisiere nun die Angebote, sichere verlässliche Öffnungszeiten und schaffe wirtschaftlichen Spielraum für Zukunftsinvestitionen in Modernisierung, Digitalisierung, Ausbildung und zusätzliche Beschäftigung.

Viele Betriebe konnten die gestiegenen Kosten bei Energie, Lebensmitteln und Personal nur begrenzt an die Gäste weitergeben.

Die Mitgliedsunternehmen des BdS planen in den kommenden Jahren Investitionen von rund drei Mrd. Euro, mehr als 600 neue Restaurants und rund 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze. „Unsere Branche bietet vielfältige Einstiegsmöglichkeiten, gute Karrierewege und Perspektiven für unterschiedlichste Lebensläufe und Nationalitäten. Aktuell beschäftigen BdS-Betriebe Menschen aus rund 160 Nationen; Integration durch Arbeit gelingt hier jeden Tag ganz praktisch“, hebt Markus Suchert hervor. Damit dieses Potenzial besser genutzt werden kann, seien jedoch niedrigere Hürden für die Beschäftigung von Arbeitskräften aus dem Ausland erforderlich. Visa- und Arbeitserlaubnisse dauerten aufgrund bürokratischer Doppelstrukturen und fehlender Digitalisierung häufig zu lange. „Unternehmen brauchen weniger Bürokratie, mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Planungssicherheit für Investitionen.“ Ziel sei es, die Voraussetzungen zu verbessern, um die Erwartungen heutiger Gäste zu erfüllen: Schnelligkeit, Qualität, Individualisierung und ein positives Gesamterlebnis.

Unternehmen brauchen weniger Bürokratie, mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Planungssicherheit für Investitionen.

Factbox

Die Systemgastronomie setzte 2025 rund 36 Milliarden Euro um, das sind 41 Prozent der gesamten Außerhausgastronomie. 47 Prozent aller Besuche in der Gastronomie fielen auf die Systemgastronomie.

Quelle: Bundesverband Systemgastronomie e. V. / CREST Konsumentenpanel der Circana Group GmbH