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24. Jun 2026

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Gesundheit

Zyklusschmerzen: Mehr als nur Bauchweh

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: Getty Images/unsplash

Schmerze, Krämpfe, unregelmäßige oder sehr starke Blutungen: Sehr viele Frauen leiden unter den verschiedenen Formen von Zyklusstörungen.

Helens Hormone spielen verrückt. Sie ist in den Wechseljahren und ihr seit Jahren regelmäßiger Zyklus bereitet ihr Probleme. Mal ist ihre Blutung länger, mal kürzer, mal stärker oder schwächer – oder sie bleibt für Monate weg, um dann intensiver denn je wieder aufzutauchen. „Dazu kommen Zwischenblutungen, Stimmungsschwankungen und Schmerzen, die ich noch nicht in den Griff bekomme“, berichtet Helen. Die 47-Jährige ist mit ihrem Problem nicht allein. Statistisch gesehen hat ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren deutliche Zyklusbeschwerden, ein Drittel leichte Symptome. Auch die deutlich jüngere Betty hat ein Zyklus-Thema. Sie würde sich am liebsten für zwei oder drei Tage pro Monat in ihr Bett verkrümeln. Der Grund: Prämenstruelles Syndrom (PMS). „Das zeigt sich in krampfartigen Unterleibsbeschwerden. Außerdem ist mir andauernd übel und ich bin mies drauf“, erzählt die 23-Jährige. Regine (39) hingegen leidet unter einer sehr starken Regelblutung. Diese macht es ihr teilweise unmöglich, zur Arbeit oder zum Sport zu gehen und ihren normalen Alltag durchzustehen: „Meine Tampons muss ich oft schon nach einer Stunde wechseln. Das nervt. Außerdem fühle ich mich schwach, müde und antriebslos.“

Trotz zunehmender Transparenz, Aufklärung und medizinischer Fortschritte hat die große Mehrheit der Frauen vor und während der Periode mit körperlichen und psychischen Begleiterscheinungen zu kämpfen. Das liegt auch daran, dass der weibliche Zyklus längst nicht ausreichend erforscht ist – und von Frau zu Frau unterschiedlich. Faktoren wie Alter, Stress, Gewicht oder Störungen im Hormonhaushalt können Einfluss darauf haben, wie lange er tatsächlich dauert. Die vielfach angenommene „Ideallänge“ von 28 Tagen mit Eisprung am 14. Zyklustag existiert in dieser Form nicht. Vielmehr dauert der Zyklus zwischen 25 und 35 Tagen. Und er gliedert sich in vier Phasen: die Menstruationsphase, die Follikelreifungs- und Sekretionsphase und die ischämische Phase. Die Periode dauert zwischen drei und sieben Tage, in den Wechseljahren teilweise auch länger. Während einer „normalen“ Regelblutung verliert eine Frau ungefähr 60 Milliliter Blut, bei einer starken Regelblutung, wie sie in den Wechseljahren nicht unüblich ist, deutlich mehr.

Statistisch gesehen hat ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren deutliche Zyklusbeschwerden, ein Drittel leichte Symptome.

Zyklusbeschwerden, was tun? So wie jede Frau ihren Körper anders wahrnimmt, sind auch die Ansätze zur Behebung von Zyklusbeschwerden unterschiedlich. Einige Frauen schwören auf Akupunktur, Homöopathie oder Pflanzentherapie, zum Beispiel mit Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer. Bei anderen Frauen, vor allem mit stark ausgeprägten Zyklus- und Wechseljahrbeschwerden, ist eine Hormonbehandlung angezeigt. Starke Regelschmerzen, die regelmäßig und über einen längeren Zeitraum auftreten oder den Alltag stark einschränken, sollten frauenärztlich abgeklärt werden. „Schmerzen sind ein wichtiges Signal des Körpers“, weiß Markus, Haist, Präsident des Bundesverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF). „Auch wenn nicht immer eine schwere Erkrankung dahintersteckt, sollten diese ernst genommen werden.“ Zu guter Letzt: Betroffene Frauen sollten sich angewöhnen, ihren individuellen Zyklus zu bejahen. Denn er ist ein Zeichen für die außergewöhnliche Leistung und faszinierenden biologischen Prozesse, zu denen der weibliche Organismus fähig ist – Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Während einer „normalen“ Regelblutung verliert eine Frau ungefähr 60 Milliliter Blut, bei einer starken Regelblutung, wie sie in den Wechseljahren nicht unüblich ist, deutlich mehr.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.