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5. Nov 2024

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Bunte Stoffwindeln statt Wegwerfmentalität

Die Zürcher Unternehmerin Ale Schwager trifft mit Zerohero den Nerv der Zeit. Ihre Stoffwindeln, Beratungen und Testpakete unterstützen junge Familien dabei, etwas mehr Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ruhe in den Alltag zu integrieren.

Wir betreten den Dachstock einer alten Buchbinderei in Zürich. Hinter einem schlichten Vorhang kommt ein farbenfrohes Lager mit Sitznische, grossem Arbeitstisch und Schachteln in allen Grössen zum Vorschein. Die Regale sind dicht bestückt mit bunten Windeln, Wetbags, Stoffbinden und Abhaltetöpfchen – alles, was junge Eltern für einen nachhaltigen Alltag mit Babys und Kleinkindern brauchen. Zerohero zählt schweizweit zu den grössten Onlineshops in der wachsenden Welt der modernen Stoffwindeln. Hier werden unter anderem auch Produkte für die Stillzeit, das Wochenbett oder die nachhaltige Menstruation angeboten – von Periodenunterwäsche und Menstruationstassen über den natürlichen Deos bis hin zum Kinder-Aufklärungsbuch. Bei ihrem handverlesenen Sortiment legt Ale neben Qualität besonders grossen Wert auf Ästhetik. Das überrascht wenig, wenn man von ihrem Hintergrund in Visueller Kommunikation und Art Education erfährt.

Die meisten Eltern sind sich nicht bewusst, welchen Einfluss Wegwerfwindeln auf ihre Kinder haben.

«Stoffwindeln sind nicht nur gesünder für das Kind, besser für die Umwelt und das Portemonnaie, sie sehen auch einfach super aus», sagt Ale und schnappt sich ein Exemplar aus dem Regal. «Besonders beliebt sind unsere Testpakete. Viele Familien möchten erst ausprobieren, bevor sie sich festlegen.» Ein Testpaket bietet Familien die Möglichkeit, verschiedene Systeme und Marken zu testen, um die passende Windel zu finden. «Nur ganz selten entscheiden sich Eltern danach gegen Stoffwindeln», freut sich Ale, «mit unserem 1:1-Coaching während der Testphase begleiten wir die Eltern, bis sie sich sicher fühlen».

Ein weiteres zentrales Angebot von Zerohero sind Beratungen. «Die meisten Eltern sind sich nicht bewusst, welchen Einfluss Wegwerfwindeln auf ihre Kinder haben», erklärt Ale. «Was in der Werbung mit ‚12 Stunden trocken‘ beworben wird, hat zur Folge, dass Babys aufgrund des fehlenden Nässe-Feedbacks verlernen, den Blasenschliessmuskel zu kontrollieren.» Das kann zu Problemen führen, die später im Kindergartenalter unter Leidensdruck behoben werden müssen.

«Das Abhalten, das ich den Eltern ebenfalls zeige, funktioniert ab Geburt. Dem Baby wird beim Wickeln, nach dem Stillen und Schlafen das Töpfchen angeboten. Stuhlgang landet dadurch meist schon einige Wochen bis Monate nach Geburt ausschliesslich im Töpfchen oder Lavabo», berichtet Ale. «Wenn ein Kind nur die Windel als Ausscheidungsort kennt, öffnet sich sein Schliessmuskel nur, wenn es eine Windel am Po spürt. Noch lange nach dem ‚Trockenwerden‘ kann es deshalb Schwierigkeiten haben, sein grosses Geschäft ohne Windel zu verrichten.»

«Die positiven Rückmeldungen der Eltern sind das Schönste an meiner Arbeit. Sie sind sehr überrascht, dass das Abhalten so gut funktioniert, und äusserst dankbar für diesen einfachen, aber sehr wirkungsvollen Tipp.» Das Ziel ist klar: Ale möchte Stoffwindeln und Abhalten zum Mainstream machen. So eröffnet sie Ende 2026 das erste Ladengeschäft für Stoffwindeln in der Stadt Zürich.

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25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.