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1. Okt 2024

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Gesundheit

Dicke, schmerzende Beine können auf ein Ödem hinweisen

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Ron Lach/pexels

Nicht immer liegt es an zu viel Schokolade, wenn die Beine dick werden. Bei Frauen kann auch ein Lymphödem oder ein Lipödem die Ursache sein.

Warum bin ich nur so dick geworden? Viele Frauen stellen sich verzweifelt die Frage nach der Ursache ihrer Gewichtszunahme und quälen sich wochenlang mit Diäten. Nicht immer liegt es an zu vielen Kalorien, auch andere Ursachen kommen infrage: Ödeme können für Fettgewebsvermehrung an den Beinen, teilweise auch an den Armen sorgen. Lymphödem und Lipödem verursachen anschwellende, teilweise stark schmerzende Beine und manchmal auch Arme – unabhängig von der Kalorienzufuhr.

Im unserem Körper zirkulieren zwei Systeme: Blutkreislauf und Lymphsystem. Das Lymphsystem «entwässert» den Zwischengewebsraum, indem die Lymphgefässe und die Lymphknoten die entstandenen Abfallstoffe des Stoffwechsels zurück in den Blutkreislauf transportieren. Ein Lymphödem stört diesen Prozess, das bedeutet, im Gewebe sammelt sich Lymphflüssigkeit an, sodass es anschwillt. Das ist meistens an den Beinen der Fall. Bei plötzlich unerklärlich dicker werdenden Beinen sollte man deshalb nicht zögern, zum Arzt zu gehen, auch wenn sich der Gedanke vielleicht merkwürdig anhört.

Ohne ärztliche Behandlung entwickelt sich ein Lymphödem immer weiter, es verändert sich und kann später Komplikationen hervorrufen. Die Haut spannt schmerzhaft, das Gewebe verhärtet, Gehen und Laufen werden schwieriger. Im schlimmsten Stadium lässt sich das Ödem gar nicht mehr eindrücken, die Beine sind sehr dick mit teilweise starken Hautfalten geschwollen, die Haut ist trocken, schuppt sich, und neigt zu Entzündungen. Ursache ist eine angeborene Störung des Gefässsystems oder Operationen, Tumore und Verletzungen, die ebenfalls zu gestörtem Lymphfluss und einem Lymphödem führen können. Nach Brustkrebserkrankungen können beispielsweise Lymphödeme für einen geschwollenen Arm verantwortlich sein.

Beim Lipödem dagegen zeigt sich eine schmerzhafte Fettverteilungsstörung, hier bilden sich – symmetrische – Fettpolster am Gesäss und an den Beinen, bei gleichzeitig schmalem Oberkörper. Die Beine verlieren immer mehr an Form. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal sind die Schmerzen, die ein Lipödem verursacht. Die Ursachen dieser unkontrollierten Vermehrung der Fettzellen im Unterhautgewebe und die Einlagerungen von Wasser sind noch nicht vollständig erforscht, vermutlich verantworten sie hormonelle Veränderungen in Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren von Frauen. Männer sind kaum vom Lipödem betroffen. Neben Hormonen kann auch die genetische Veranlagung sowie eine Fehlregulation des Fettgewebes vorliegen.

Um die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der betroffenen Frauen zu erhöhen, helfen spezielle Kompressionsstrümpfe zur Verbesserung des Lymphflusses, manuelle Lymphdrainage und Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Spazierengehen – auch wenn besonders Schwimmen für die Betroffenen meist starke Überwindung kostet. Eine antientzündliche Ernährung reduziert zwar nicht die Fettzellen, kann jedoch die Symptome verbessern. Entsprechende Physiotherapie kann Schmerzen lindern und die Mobilität erhöhen. Nicht zuletzt sind Selbsthilfegruppen und psychologische Unterstützung hilfreich, um wieder ein positives Körpergefühl zu bekommen und sich nicht mehr für seine geschwollenen Beine zu schämen. Bei schweren Fällen kann auch über eine Fettabsaugung nachgedacht werden.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.