Diesen Artikel teilen:

14. Mär 2022

|

Gesundheit

Die Auswirkungen eines schlechten Bettes werden unterschätzt

Journalist: Katja Deutsch

|

Foto: Presse, Andisheh/unsplash

Ein gutes Bett hat weniger etwas mit der Preislage zu tun, als viele glauben. Wenn Körpermaße, Rückenlänge, Schulterbreite, mögliche Hohlkreuzstellung, Wärmeeffekt oder auch das individuelle Liegefühl von hart oder weich nicht passen, bemerkt man schnell den Unterschied und schläft schlecht.

2020-05-15-markus-kamps-web-012.jpg

Markus Kamps, Fachdozent, Trainer & geprüfter Präventologe für Gesundheitsthemen, sowie Schlaftuning und Stressbeseitigung

Ein Bett muss nämlich nicht nur zum Körper der darin schlafenden Person passen, die vier Komponenten Kissen, Decke, Matratze und Lattenrost müssen auch aufeinander abgestimmt sein“, sagt Markus Kamps, geprüfter Präventologe für Gesundheitsthemen und Schlaftuning. „Das Kissen sollte keine vordefinierte Form und Höhe haben, sondern sich je nach Schlafposition und Schulterbreite individuell „zurechtknautschen“ lassen. Wer auf der orthop disch empfohlenen Rückenposition schläft, sollte auch nur bei starkem „Schildkrötenbuckel“ ein hohes Kissen unter seinen Kopf legen, Menschen mit geradem Rücken nehmen besser ein flaches oder lassen es weg.“

Seitenschläfer dagegen tun gut daran, ein Abknicken des Kopfes in der Nacht zu verhindern und sich deshalb auf ein etwas volleres Kissen zu betten, das den Kopf in eine entsprechend gerade Position bringt. Die Wahl der Decke hängt davon ab, wie stark jemand friert oder schwitzt. Ist die Decke zu dünn, fröstelt man, was zu Muskelverspannungen führen kann, ist sie zu dick, beginnt man zu schwitzen und wacht davon auf. Zudem wirkt sich hohe Feuchtigkeit schlecht auf die Lebensdauer von Decke und Matratze aus. „Die Matratze selbst ist wichtig für alle weichen Strukturen wie Sehnen, Bänder und Muskeln von Bedeutung; der Lattenrost für die Unterfederung als tragendes Element für die Wirbelsäule“, erklärt der Experte.

Wer in Seitenlage in einem schlechten Bett mit durchgelegener Matratze schläft, der läuft Gefahr, mehr zu verbiegen als ein Rückenschläfer. Je mehr im Bett an den Rand gerutscht wird, desto mehr sucht man unbewusst Stabilität und Kühle.

Am ungünstigsten ist die Bauchlage. Kamps: „Oftmals schlafen die Menschen in einer Art Not-Schlaflage auf dem Bauch, weil sie einfach nichts Bequemes finden. Dabei wird der Kopf sehr stark zur Seite gedreht, oft ein Bein angewinkelt, dadurch kippt das Becken, und das wiederum belastet die Lendenwirbelsäule.“

Wer am liebsten auf dem Bauch liegt, sollte deshalb eine feste Matratze wählen – oder sich umerziehen zu einer anderen Schlafstellung. Eine gewisse Umgewöhnungszeit soll man beim Wechsel von alter auf neue Matratze einplanen, besonders, wenn zusätzlich die Matratzenart geändert wird.

Wer nicht weiß, ob das schlechte Schlafgefühl nun an der vermeintlich falschen Matratze oder doch eher am Lattenrost liegt, der sollte seine Matratze einige Tage auf den Boden legen, bevor er vorschnell eine neue kauft. Oftmals stimmt nämlich das Zusammenspiel von Lattenrost und Matratze nicht oder der Lattenrost ist zu hart oder zu weich eingestellt. „Viele Lattenroste und Matratzen sind auf eine Körpergröße von etwa 1,70 bis etwa 1,79 cm ausgerichtet und in ihrer Festigkeit vordefiniert“, sagt Markus Kamps. „Wer davon abweicht, fängt häufig an, nachts im Bett nach oben oder unten zu rutschen. Manchmal kann man hier mit einer günstigeren Matratze und einem guten Lattenrost mehr erreichen.“

Im Tiefschlaf werden die Körperzellen aktiviert, im Traumschlaf die Tageserlebnisse verarbeitet. Ein gutes Bett kann dabei helfen, am nächsten Morgen erholt und frisch aufzustehen.

25. Jun 2026

|

Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.