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30. Jun 2025

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Gesundheit

Die Gesundheit geht vor?

Journalist: Nadine Wagner

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Foto: TopSphere Media/unsplash

Ein grundlegendes Recht auf Gesundheit und Wohlergehen ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verankert. Dennoch zeigt der UN Sustainable Development Report 2020 alarmierende Zahlen: Im Jahr 2017 hatten lediglich 2.5 bis 3.7 Milliarden Menschen weltweit Zugang zu einer grundlegenden Gesundheitsversorgung – das entspricht nur etwa der Hälfte der Weltbevölkerung. In einkommensschwachen Ländern lag der Anteil der Versorgten sogar bei gerade einmal 12 bis 27 Prozent.

Vor allem unzureichende Wasserversorgung, schlechte hygienische Bedingungen und fehlende medizinische Einrichtungen tragen dazu bei, dass Millionen von Menschen in Entwicklungsländern unter vermeidbaren Erkrankungen leiden. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder. In vielen Fällen führt die mangelhafte Gesundheitsversorgung zu körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, die das gesamte Leben der Betroffenen prägen.

Ein besonders tragisches Beispiel ist die hohe Zahl von Sehbehinderungen und Blindheit, die in einkommensschwachen Ländern häufig vermeidbar wären. Weltweit sind rund 295 Millionen Menschen blind oder mittelgradig bis stark sehbehindert. Zu den Hauptursachen für Erblindung zählen der Graue und der Grüne Star, aber auch vernachlässigte Tropenkrankheiten wie Trachom und Onchozerkose. Besonders problematisch ist zudem die sogenannte «Kinderblindheit». Unentdeckte Sehfehler können die gesamte Entwicklung eines Kindes negativ beeinflussen. Regelmässige Sehtests und Vorsorgeuntersuchungen sind daher essenziell – doch in vielen Entwicklungsländern kaum vorhanden. In Tansania bspw. kommt auf eine Million Menschen nur ein einziger Augenarzt. Hinzu kommt: Wer in einem Entwicklungsland blind ist, hat oft kaum Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. Viele blinde Kinder können keine Schule besuchen, erhalten keine Berufsausbildung und bleiben dadurch in Abhängigkeit von ihren Familien. Dabei zeigen Studien, dass Investitionen in die Rehabilitation von blinden Menschen erhebliche wirtschaftliche Gewinne bringen könnten. Eine Untersuchung aus Pakistan ergab, dass eine bessere Versorgung und Rehabilitationsprogramme für Menschen mit unheilbarer Blindheit jährliche wirtschaftliche Vorteile von rund 71,8 Millionen US-Dollar generieren würden.

In strukturschwachen Regionen setzen sich zahlreiche gemeinnützige Organisationen dafür ein, die lokalen Gesundheitssysteme nachhaltig zu verbessern. Ziel ist es, eine umfassende medizinische Versorgung mit Präventionsmassnahmen, Behandlungen und Rehabilitationsangeboten sicherzustellen. Hierbei spielen technische und finanzielle Unterstützung sowie die Weiterbildung medizinischen Personals eine zentrale Rolle. Nur durch nachhaltige Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur kann verhindert werden, dass vermeidbare Erkrankungen wie Blindheit weiterhin das Leben von Millionen Menschen bestimmen – und dass ein Menschenrecht für viele unerreichbar bleibt.

Interessanter Fakt:

National und international agierende Hilfswerke haben im Jahr 2023 rund 2.25 Milliarden CHF an Spenden erhalten. Jeder zweite Haushalt spendete zudem mehr als 400 CHF.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.