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15. Jun 2022

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Gesundheit

„Die Zeit wird immer wertvoller“

Journalist: Chan Sidki-Lundius

Uwe Ochsenknecht, deutscher Schauspieler und Sänger

Ob Komödie oder Drama: Uwe Ochsenknecht (66) zählt zu den vielseitigsten und meistbeschäftigten Schauspielern Deutschlands. 

Herr Ochsenknecht, wie geht es Ihnen derzeit? 

Danke, mir geht es sehr gut. Aber das ist schon ist seit 66 Jahren so. Denn ich versuche, stets aus jedem Alter das Beste herauszuholen, das ist eine Art Lebenseinstellung.

Wie gelingt Ihnen das?

Na ja, ich versuche, körperlich und geistig fit zu bleiben und mich vor allem von Menschen fernzuhalten, die ständig schlecht drauf sind. Leider gibt es so viele Leute, die immer etwas zu meckern haben – ob über das Wetter, die Politik, den Partner bzw. die Partnerin oder den Fußball. Diese Art von Drama brauche ich nicht.

Was tun Sie denn konkret für Ihre körperliche Fitness?

Ich bemühe mich darum, mich möglichst gesund und bewusst zu ernähren und trinke Alkohol in Maßen. Ab und zu greife ich selbst zum Kochlöffel, manchmal schmeckt’s (lacht). Und dann treibe ich regelmäßig ein wenig Sport. Ich jogge und schwimme gern, am liebsten spiele ich Paddle-Tennis, zweimal pro Woche. Ich glaube, ich bin heute fitter als mit 20... Und schließlich tanze ich supergern und das wohl auch ganz gut – manchmal bis fünf Uhr morgens!

Was meinen Sie mit geistiger Fitness? 

Vor allem neugierig und auf dem Laufenden zu bleiben und die Umwelt in vollem Maß wahrzunehmen. Im Übrigen bin ich relativ viel mit jüngeren Menschen zusammen, das bringt unter anderem auch der Beruf mit sich. Da muss ich mich manchmal wundern. Viele der jüngeren Menschen, mit denen ich zu tun habe, benehmen sich so, als wären sie mindestens 20 Jahre älter.

Wie halten Sie es mit dem Aussehen?

Ich bin kein Modejunkie. Markenklamotten sind mir nicht so wichtig, wobei ich heute tatsächlich mehr auf Qualität achte als in jüngeren Jahren. Da konnte ich mir das nicht leisten. Aber natürlich höre ich in Style-Fragen auch auf meine Frau oder meine Tochter. 

Sie haben vier Kinder und drei Enkelkinder. Wie stark bringen Sie sich da ein?

Die Kiddies sollen ihr Leben leben. Ich neige nicht dazu, mich da einzumischen. Das war bei unseren Eltern und Großeltern noch anders. Grundsätzlich bin ich natürlich immer für alle da und wir versuchen uns häufig zu sehen. Zum Glück gibt es ja auch FaceTime, um in Kontakt zu bleiben. Noch sind die Enkelkinder klein, aber um den „Opa“ werde ich natürlich nicht herumkommen. Doch zum Glück sind Opas heute ganz anders als noch vor ein, zwei Generationen (lacht).

Gibt es spezielle Sichtweisen, die sich im Laufe der Jahre bei Ihnen geändert haben?

Ich habe gelernt, es auch mal ruhiger angehen zu lassen. Und die Zeit wird immer wertvoller und sollte daher weise genutzt werden. Deshalb fühle ich mich zum Beispiel nicht verpflichtet, an jeder Feier, zu der ich eingeladen werde, teilzunehmen. Außerdem sollte man abstellen, sich über Dinge zu ärgern, ich habe da mittlerweile ganz gute Übung verschwende darauf nicht mehr meine Energie. Die Dinge, die ich ändern kann, die ändere ich, und bei den Dingen, die ich nicht ändern kann, ist es sinnlos, sich aufzuregen. Diese versuche ich zu akzeptieren. Und schließlich kann es unglaublich gut tun, Rituale und Gewohnheiten auch mal zu ändern. Das ermöglicht ganz neue Erfahrungen.

Haben Sie eine Bucketlist, also Dinge, die Sie unbedingt noch machen möchten?

Ich habe noch nicht alle Weltwunder gesehen, die Pyramiden in Gizeh fehlen mir zum Beispiel noch. Aber dadurch lasse ich mich nicht stressen. 

Würden Sie noch einmal den Schauspielerberuf wählen? 

Auf jeden Fall, denn der Beruf macht mir immer noch so viel Spaß wie am ersten Tag. Überhaupt sollte jeder das machen, was ihm Spaß macht – zumindest wenn dies irgendwie möglich ist. Ja ja, der Ochsenknecht hat gut reden, der hat’s ja “geschafft”, lese und höre ich dann manchmal. So ein Quatsch! Ich bin ja nicht berühmt und wohlhabend auf die Welt gekommen, sondern in sehr bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Wer Genaueres darüber erfahren möchte, kann das in meiner Biografie „Was bisher geschah“ gern nachlesen. 

Was steht bei Ihnen in den nächsten Monaten an, Herr Ochsenknecht?

Ich habe gerade einen Sechsteiler abgedreht, der in der Weihnachtszeit auf Amazon laufen wird. Im Herbst kommt die Produktion von zwei weiteren Folgen für „Die Drei von der Müllabfuhr“, darauf freue ich mich sehr. Und im nächsten Februar steht der Dreh für einen Kinofilm an, in dem es sehr menscheln wird. Mehr darf ich dazu aber noch nicht verraten, lassen Sie sich überraschen!

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.