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13. Mär 2024

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Gesundheit

Digitale Abrechnungslösungen stärken das Gesundheitswesen

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: anna shvets/pexels

Die Digitalisierung wird das Gesundheitswesen durch innovative Lösungen für Versorgung und Abrechnung revolutionieren. Doch noch besteht Nachholbedarf, die nicht länger ignoriert werden kann.

In den letzten Jahren hat die Digitalisierung das Gesundheitswesen verändert, indem sie innovative Lösungen für die Versorgung und Abrechnung von Leistungen eingeführt hat. Krankenkassen, Patienten, Hilfsmittelerbringer, Heilmittelerbringer und andere Akteure werden nun durch digitale Plattformen miteinander verbunden, was zu einer effizienteren und schnelleren Abwicklung von Gesundheitsdienstleistungen führt. Trotzdem betonte der Gesundheitsminister Karl Lauterbach bereits vor einem Jahr, dass Deutschlands Gesundheitswesen in der Digitalisierung um Jahrzehnte zurückhängen würde. Das könne man nicht länger verantworten. Doch um strategische Lösungen zu finden, ist es entscheidend, die Ursachen dieser Diskrepanz zu identifizieren. Oftmals fehlt es dabei an einer klaren Strategie.

Genau hier setzt der Bundesrat mit dem Digitalgesetz (DigiG) und dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) an, wie Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder erklärt. „Ein modernes Gesundheitssystem kann es ohne digitale Gesundheitslösungen nicht geben. Bitkom begrüßt daher ausdrücklich, dass das Digitalgesetz sowie das Gesundheitsdatennutzungsgesetz im Bundesrat die letzte Hürde passiert haben.“ Ein Beispiel, wie der Weg in die Digitalisierung vollzogen werden kann, zeigt die elektronische Patientenakte (ePA). Zwar ist die Zahl der angelegten ePA bis Ende Januar 2023 weiter gestiegen – jedoch nutzen die Möglichkeit weiterhin weniger als ein Prozent aller gesetzlich Versicherten in Deutschland. Auch die Bekanntheit lässt zu wünschen übrig: Nur vier von zehn gesetzlich Versicherten in Deutschland kennen die elektronische Patientenakte (ePA). Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Rahmen des TI-Atlas 2023 der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) hervor.

Nur digitale Abrechnungslösungen ermöglichen eine schnellere Abwicklung von Leistungen zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen. Durch die Automatisierung von Prozessen können Rechnungen schneller bearbeitet und Zahlungen zeitnah geleistet werden. Ein weiterer Vorteil digitaler Versorgungs- und Abrechnungslösungen ist die verbesserte Transparenz und Nachverfolgbarkeit von Leistungen. Durch die Digitalisierung können Krankenkassen, Hilfsmittelerbringer und andere Akteure den Status von Anträgen und Abrechnungen in Echtzeit überprüfen, was zu einer Reduzierung von Fehlern und Missverständnissen führt.

Ein Erfolgsmodell für eine digitale Versorgungs- und Abrechnungslösung ist das E-Rezept, das im Jahr 2021 in Deutschland eingeführt wurde. Durch das E-Rezept können Ärzte Medikamente elektronisch verschreiben, das führt zu einer effizienteren Abwicklung von Medikamentenverschreibungen und -abrechnungen. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit wurden bis Ende 2022 bereits mehr als 50 Millionen E-Rezepte ausgestellt. Zudem haben digitale Lösungen wie Telemedizin und Online-Sprechstunden während der Covid-19-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) sagt aus, dass die Anzahl der Telekonsultationen im Jahr 2020 um mehr als 1.000 Prozent angestiegen ist. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig digitale Versorgungslösungen sind und wie sie dazu beitragen können, den Zugang zur medizinischen Versorgung aufrechtzuerhalten.

24. Sep 2026

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Gesundheit

Es lohnt sich, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern – Ein Beitrag von Prof. Dr. med. Kurt Miller, Vorstand Stiftung Männergesundheit

Männer leben im Durchschnitt gut vier Jahre kürzer als Frauen. Ein Junge hat in Deutschland eine Lebenserwartung von 78,8 Jahren, ein Mädchen von 83,4. Aber: Zwischen höchster und niedrigster Einkommensgruppe liegen bei Männern rund zehn Jahre Lebenserwartung, bei der gesunden Lebenserwartung etwa vierzehn. Der Abstand innerhalb der Männer ist damit größer als der zwischen den Geschlechtern und hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten vergrößert. Beeinflusst wird dieser Abstand durch Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, verspätete Diagnosen und versäumte Früherkennung. Wer sich kümmert, gewinnt messbar Jahre – vor allem gute. Nur etwa ein Viertel der Männer ab 45 mit Anspruch auf gesetzliche Krebsfrüherkennung nimmt sie wahr. Beim Darmkrebs erkennt die Darmspiegelung Tumoren früh und verhindert durch Polypenentfernung ihre Entstehung. Männer haben Anspruch ab 50, Frauen ab 55 – wegen des höheren Risikos. Jährlich nutzen nur rund zwei bis zweieinhalb Prozent die Vorsorgekoloskopie. Seit Einführung des Programms 2002 sind die Neuerkrankungen bei 50- bis 74-Jährigen deutlich zurückgegangen, bei unter 50-Jährigen ohne Screening dagegen gestiegen. Das Prostatakarzinom ist mit rund 79.600 Neuerkrankungen und etwa 15.000 Todesfällen jährlich die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Früh erkannt ist es sehr gut behandelbar, oft heilbar. Heute wird PSA risikoadaptiert bestimmt: Ein erster Wert in den Vierzigern bestimmt die Kontrollabstände; die Magnetresonanztomografie steht bei der weiteren Abklärung vor der Biopsie. Bei niedrigem Risiko ist aktive Überwachung etabliert; Übertherapie ist dadurch seltener als vor zehn Jahren. >Wer sich kümmert, gewinnt messbar Jahre – vor allem gute. Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Bauchumfang, Rauchen, Bewegungsmangel, Schlafmangel sind relevante Risikofaktoren. Erektionsstörungen sind häufig ein frühes Zeichen einer generalisierten Gefäßerkrankung, oft Jahre vor einem kardialen Ereignis. Psychische Gesundheit ist vernachlässigt: Ambulant erhielten zuletzt 12,8 Prozent der Männer und 20,4 Prozent der Frauen eine Depressionsdiagnose. Etwa drei von vier Suizidopfern sind Männer; ihre Suizidrate liegt dreimal höher. Männer sind nicht seltener depressiv, werden aber vermutlich seltener diagnostiziert. Depression ist sehr gut behandelbar, wenn sie diagnostiziert wird. „Longevity“ ist zu einem modernen Schlagwort geworden. Wirklich wichtig sind aber die Jahre in guter körperlicher und geistiger Verfassung. Die Zutaten dafür sind nicht exotisch: ausreichend Bewegung, Schlaf, gesunde Ernährung, Tabakverzicht, bewussten Umgang mit Alkohol und Kontrolle wichtiger Werte. Zuletzt soziale Beziehungen: Stabile Bindungen, Freundschaften und das Gefühl, gebraucht zu werden, zählen zu den robustesten Einflussgrößen auf Gesundheit und Lebenserwartung. Bei Männern verengen sich Netzwerke im Alter: Freundschaften laufen über die Arbeit, das soziale Leben über die Partnerin; mit dem Berufsende kann beides wegfallen. Darum sollte man sich um Beziehungen wie um Blutdruck und Bewegung kümmern. Also: Lassen Sie sich auf Gesundheit ein, es lohnt sich. Nehmen Sie die folgenden Artikel als Motivation.