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24. Sep 2025

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Gesundheit

Ganzheitlich gesund(en) – mit Prof. Christian Schubert

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Presse, Eye for Ebony/unsplash

Welchen Einfluss Stress, Persönlichkeitsmerkmale und soziale Beziehungen auf die mentale wie körperliche Gesundheit haben, erklärt Psychoneuroimmunologe Prof. Christian Schubert.

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Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, Arzt & Psychologe

Welche Wechselwirkungen existieren zwischen Psyche, Nerven- und Immunsystem? Über komplexe Mechanismen ist alles massiv miteinander verwoben. Psyche und Immunsystem regulieren sich gegenseitig, der mechanische Vermittler dazwischen ist das Nervensystem. Und mit dieser, seit gut 50 Jahren bekannten, Verschränkung müsste die Medizin eigentlich revolutioniert werden. Weg vom Dualismus und dem Fokus auf Symptome, hin zu einer ganzheitlichen Medizin, welche den Ursachen mentaler wie körperlicher Krankheit auf den Grund geht. Die Psychoneuroimmunologie (PNI) erforscht die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Verknüpfung von Körper, Geist und Seele. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Auswirkungen von Stress auf die menschliche Gesundheit.

Welchen Einfluss hat Stress denn? Unser Immunsystem steht in ständiger Wechselwirkung mit unseren Gedanken, unserem Verhalten und unseren Gefühlen. Neueste Studien zeigen: Chronischer Stress, z. B. in Beziehungen oder im Job, führt zu Entzündungen im Körper und macht uns nicht nur anfälliger für Infektionen, sondern auch für Autoimmunkrankheiten und Krebs. Menschen, die ständig überfordert sind und innere Konflikte haben – aufgrund von narzisstischen Problemen oder was auch immer – und diese therapeutisch nicht angegangen sind, werden ihr Leben immer wieder im Stress verbringen.

Optimistische, resiliente Menschen mit einem hohen Selbstwirksamkeitsgefühl sind mental wie immunologisch gesünder.

Also ist Stress immer schädlich? Nein, wenn akuter Stress als kontrollierbar erlebt wird, hat er als positiver Stress eine motivierende Funktion – worauf das Immunsystem in einer positiven Form reagiert. Wie sehr der Sympathikus mit seiner pro-entzündlichen Wirkung in Stresssituationen hochgefahren wird, hängt auch von Persönlichkeitsmerkmalen ab. Optimistische, resiliente Menschen mit einem hohen Selbstwirksamkeitsgefühl sind mental wie immunologisch gesünder. Auch der Parasympathikus steht stark unter psychischem Einfluss. Seelische Vorgänge bestimmen die Immunbalance.

Wie lässt sich dieses Wissen nutzen? Die gute Nachricht ist: Positive Gedanken und seelische Ausgeglichenheit mobilisieren Selbstheilungskräfte, die Krankheiten lindern oder gar verhindern können. Mit der Kraft der Psyche und einer Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion können wir unser Immunsystem stärken. Eine ähnliche Wirksamkeit haben zwischenmenschliche Beziehungen. Die Beziehungsqualität wirkt sich direkt messbar auf die Immunfunktion aus. Entsprechend können gelungene Beziehungen ein Gesundheitselixier sein. Neben den Abwehrkräften unseres biologischen Immunsystems verfügen wir nämlich auch über psychische und soziale Abwehrkräfte. Über dieses ganzheitliche Immunsystem habe ich gerade ein Buch geschrieben: „Immunsystem neu gedacht“.

Mit der Kraft der Psyche und einer Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion können wir unser Immunsystem stärken.

Und wenn man schon krank ist oder war, beispielsweise Krebs besiegt hat? Dem lebensgeschichtlichen Sinn einer körperlichen Erkrankung mit Hilfe von Psychotherapie zu erkunden, ist auf jeden Fall empfehlenswert. Insbesondere mithilfe von tiefenpsychologischen Therapieansätzen lassen sich individuelle Stressoren identifizieren, um an diesen zu arbeiten – neben etwaiger medikamentöser Behandlung. Auf diese ganzheitliche Weise lässt sich auf die Ursachen einer Erkrankung Einfluss nehmen, anstatt nur auf Symptome. Es ist bewiesen, dass Psychotherapie immunologisch wirksam ist, also die Immunfunktion verbessern kann.

Fakten:

„Immunsystem neu gedacht: Wie psychische und soziale Faktoren unsere Gesundheit stärken“ (Arkana, 10. Sept. 2025) wirft einen bio-psycho-sozialen Blick auf das Immunsystem und vermittelt einen ganzheitlichen Zugang zum Menschen. Es ermöglicht den Lesern, sich immunologisch aktiv zu verhalten, um Kontrolle über ihre Umwelt zu bekommen und langfristig gesund zu bleiben.

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25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.