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17. Mär 2023

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Gesellschaft

„Gebäude und Bauprodukte müssen nachhaltiger und klimaresilienter werden“.

Journalist: Jakob Bratsch

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Foto: Presse, pexels/mikael blomkvist

Institutsleiter Prof. Jörn-Peter Lass am Institut für Fenstertechnik in Rosenheim (ift) über klimagerechtes Bauen.

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Prof. Jörn-Peter Lass, Institutsleiter ift Rosenheim

Um die nationalen und europäischen Klimaziele zu erreichen, müssen die Anforderungen für Gebäude angepasst werden. Die energetischen Mindestanforderungen sollten sich dabei an der EPBD (European Performance of Buildings Directive) orientieren, in der bereits 2018 hohe energetische Anforderungen gefordert wurden.

Deshalb hat die Bundesregierung das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2023 für neue Gebäude verschärft und für 2025 eine grundlegende Überarbeitung geplant. Hierbei sollten auch die solaren Gewinne transparenter Bauteile und die graue Energie für die Herstellung von Bauprodukten berücksichtigt werden.

Aber auch wenn die geplanten Ziele bei der CO2-Vermeidung erreicht werden, müssen wir uns besser auf die Folgen klimabedingter Extreme einstellen. Überschwemmungen und Hitzewellen sind dabei die größten Gefahren für Gebäude und Menschen. Hitzewellen mit Temperaturen über 40 °C können für hitzevulnerable Gruppen (Kleinkinder, Säuglinge, alte/kranke Menschen etc.) lebensgefährlich werden, wenn sich Gebäude wegen unzureichendem Sonnenschutz und fehlender Nachtlüftung zu stark aufheizen. Dies zeigte sich deutlich im Hitzesommer 2018 bei dem die Übersterblichkeit bei 8.000 Toten lag (Angabe der statistischen Landesämter). Es braucht daher leistungsfähige Sonnenschutzsysteme, die sich flexibel an die Sonneneinstrahlung anpassen.

Klimasichere Bauprodukte müssen deshalb energieeffizienter, nachhaltiger und klimaresilienter sein. Planer, Hersteller, Händler und Bauherren brauchen hierfür objektive und einfache Informationen für eine Produktentscheidung. Deshalb entwickelt das ift Rosenheim geeignete Anforderungen und Bewertungskriterien, um verlässliche Entscheidung für Bauprodukte treffen zu können. Diese werden objektiv geprüft und können mit dem Label „klima.sicher.bauen“ gekennzeichnet werden.

www.ift-rosenheim.de/klima-sicher-bauen.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.