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30. Jul 2020

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Gesellschaft

Heimwerkerin aus Leidenschaft

Journalist: Kirsten Schwieger

Annett Möller hatte schon immer ein Händchen für DIY. Was die TV-Moderatorin inspiriert, was ihren persönlichen Stil ausmacht und wozu sie rät.

Sie hat ein BWL-Studium sowie eine Schauspielausbildung in der Tasche und sich sogar schon als Sängerin versucht. Doch Annett Möllers Herz schlägt fürs Fernsehen: Nach Stationen als Nachrichtenmoderatorin und Redakteurin bei RTL und n-tv steht die Wahl-Kölnerin seit 2018 bei Sat. 1 unter Vertrag. Im Frühjahr hat die 41-Jährige dort das erfolgreich gelaufene Format „Mit Nagel und Köpfchen“ moderiert, eine Kreativ-Challenge rund ums Heimwerken und Selbstmachen.

Dass der Sender mit dieser Wahl den Nagel auf den Kopf traf, beweist die patente DIYlerin in ihrem Instagram-Kanal und dem Blog „24me“, welchen sie gemeinsam mit ihrer RTL-Kollegin Tanja Bülter führt. Seit sie denken kann, hat die gebürtige Schwerinerin Wände gestrichen, Böden geschliffen, Teppiche verlegt. „Ich habe schon immer (fast) alles allein renoviert. All das habe ich von meiner Mutter. Mein Bruder und ich haben ihr schon als Kinder bei Malerarbeiten oder anderen Dingen geholfen. Auch das Nähen hat sie mir als Kind beigebracht“, plaudert Möller aus dem Nähkästchen. Und verrät auch gleich ihren DIY-Favoriten: „Das Tollste ist die Deko. Schöne Deko-Teile selbst herstellen oder auf Flohmärkten suchen und dann verfeinern!“

Heimwerken hat für die vielseitige Powerfrau etwas ganz Persönliches. „Zum einen ist es eine Art der Entspannung für mich, selbst wenn es manchmal stressig wird, weil die Zeit davonläuft. Zum anderen erfüllt es mich auch mit Stolz, wenn ich etwas Schönes erschaffen habe, was der Familie gefällt.“ Ihren persönlichen Stil beschreibt sie selbst als hybrid: „Ich mische Altes gern mit Neuem. Besondere Flohmarkt-Teile in Kombination mit modernem Design. Ich bevorzuge klare Linien und pastellige helle Töne im Frühling und Sommer. Im Winter bringe ich dann mehr schwere und dunkle Farben und Materialien dazu. Und ganz wichtig: große Pflanzen und viele Blumen. Dadurch bekommt wirklich jedes Zimmer Flair!“

Momentan kann die Mutter einer dreijährigen Tochter allerdings nicht so viel Hand anlegen, wie sie es gerne würde. „Sobald ich in Livis Anwesenheit beispielsweise Farbtopf und Pinsel raushole, muss ich damit rechnen, dass sie spätestens nach fünf Minuten in der Farbe drinsitzt“, schmunzelt Möller. Umso froher ist sie über das Gartenhäuschen, welches sie im vergangenen Sommer für ihre Tochter aufgebaut und liebevoll gestaltet hat. Dass ihre Tochter offenbar das DIY-Gen der Mutter geerbt hat, hat diese bereits tatkräftig beim gemeinsamen Aufbau eines neues Kinderbettes bewiesen. „Livi war immer ganz erpicht darauf, die Schrauben zu reichen und sich am Akkuschrauber auszuprobieren. Natürlich nur, wenn ich dabei war.“

Sobald Corona-mäßig etwas mehr Normalität herrscht, hofft die rastlose Heimwerkerin wieder anpacken zu können. Was dann als Erstes auf ihrer Liste steht? „Das Gästeschlafzimmer! Ich will die Wände abschleifen und anschließend silbern streichen. Nach der Farbe habe ich vor Monaten schon gesucht“, verrät Möller und fügt voller Tatendrang hinzu: „Auch würde ich gern ein Bett-Kopfteil bauen, das weitaus größer ist, als das jetzige. Das sind alles Ideen, die ich schon lange habe.“

Ob sie auch spezielle Inspirationen aus „Mit Nagel und Köpfchen“ mitnehmen konnte? „Ja, da war einiges dabei, was mir gut gefallen hat. Die Kandidaten hatten witzige Ideen und auch den einen oder anderen Trick. Eines meiner Favoriten war das wunderschöne Himmelbett für Kinder. Aber ein Möbelstück aus Kupferrohr würde ich auch gern mal bauen“, schwärmt Möller. Allein schon deshalb, weil ihr der Nachhaltigkeitsaspekt von DIY besonders am Herzen liegt. „Ich bin ein großer Fan davon, Altes in etwas Neues zu verwandeln und so Ressourcen zu sparen“, erläutert Möller und fügt hinzu: „Wenn ich bestimmte Farben oder Materialien suche, ärgert es mich oft, dass es für vieles noch keine umweltverträglichen Alternativen gibt. Dann denke ich oft um und mache was anderes.“ 

Inspiration für neue Projekte findet die Moderatorin bei Pinterest. Und auf den Social-Media-Accounts von Jelena Weber, eine der vier Juroren der Heimwerker-Challenge. Ein Learning, welches sie als Tipp an andere Heimwerker weitergeben kann, hat sie auch auf Lager: „Schnell, schnell bringt keinen Spaß und meist ist auch das Ergebnis dann nicht so toll. Deswegen lieber gut planen und Zeit lassen, dann macht es auch richtig Freude!“

18. Mär 2026

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Gesellschaft

Hören macht klug

Kaum läuft der Lieblingssong, wird aus dem Kinderzimmer eine Bühne. Es wird gehüpft, getanzt, gerappt und mitgesungen. Musik bringt positive Energien ins Leben – und kann noch viel mehr: Musik stärkt das Arbeitsgedächtnis von Kindern, also die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten. Damit Kinder neue Inhalte verstehen und anwenden können, braucht das Arbeitsgedächtnis eine ausreichend große Kapazität. Ist diese noch nicht altersgemäß entwickelt, kann das Lernen zur Herausforderung werden. Musik wirkt da im Kopf wie Fitness. Als gezieltes Gedächtnistraining, mit der die geistige Leistungsfähigkeit, schon im Vorschulalter, gefördert und somit das spätere Lernen erleichtert wird. Hörspiele ergänzen diese Reise in die Klangwelt: Kinder konzentrieren sich auf das gesprochene Wort und lernen Geschichten aus Stimmen, Geräuschen und Musik zu visualisieren. Statt auf Bilder zu schauen, erschaffen sie diese selbst im Kopf. Das fördert die Fantasie, Sprachentwicklung und Konzentration. Auch Singen macht Sprache lebendig. Mit Reimen, Wiederholungen und eingängigen Melodien entdecken Kinder neue Wörter und Satzmuster ganz intuitiv. Dabei wächst nicht nur ihr Sprachgefühl, sondern auch das Wir-Gefühl: Beim gemeinsamen Singen hören sie aufeinander, reagieren im Takt und erleben echtes Miteinander. Wenn die Musik dann in Bewegung übergeht, wird aus Rhythmus Körpergefühl. Tanzen stärkt Motorik, Koordination und Selbstvertrauen. >Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist die musikalische Sprache, in der all das passiert. Moderne Kinderlieder lösen sich zunehmend vom pädagogischen Zeigefinger und suchen die Nähe zur Popkultur. Statt bravem Gitarrenfolk vom Pädagogen in Latzhose mit Mitmachliedern übers Zähneputzen, erklingen Hip-Hop-Beats, Indiepop und Reggae-Grooves. Die Texte greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen: Familienalltag, Freundschaft, kleine Wutanfälle oder erzählen vom Mut, das erste Mal auf dem Fahrrad zu fahren. Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Und ja – wenn das Lieblingslied zum hundertsten Mal läuft, nervt es vielleicht ein bisschen weniger, wenn der Text nicht von Reimen auf Hände waschen handelt, sondern davon, dass Eltern auch nur Menschen sind. Was einen Song besonders „kindertauglich“ macht, ist trotzdem eine Wissenschaft. Laut einem Bericht der New York Post¹ haben Forschende aus Sheffield herausgefunden, dass dazu ein Tempo zwischen etwa 60 und 120 BPM gehört, also ein Rhythmus, bei dem es sich gut mitwippen lässt; eingängige Wiederholungen sowie eine klare, positive Klangstruktur. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind genau die Zutaten, die es für einen guten Ohrwurm braucht. ¹ New York Post: „‘Radio Ga Ga’ is scientifically proven to be a perfect kids song“, 6. August 2024.