Eine Frau die in ihrem Bett am schlafen ist

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13. Mär 2024

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Gesundheit

Lebenselixier Schlaf – Interview mit Dr. med. Andreas Wüest

Journalist: Karin Kudla

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Foto: Slaapwijsheid.nl/unsplash, Presse

Der Schweizer Arzt Dr. med. Andreas Wüest aus der Region Zürich erklärt im Interview, was aus medizinischer Sicht für einen gesunden Schlaf wichtig ist. Er ist Rheumatologe und befasst sich vor allem mit Schmerzmedizin für den Rücken, die Gelenke und die Muskeln. In diesem Zusammenhang ist ihm die Schlafergonomie ein besonderes Anliegen.

Ergo Plus_Dr. Andreas Wüest. Bild 1 .jpgDr. Andreas Wüest, Facharzt für Rheumatologie & physikalische Medizin

Dr. Wüest, warum ist Schlaf wichtig? Der Schlaf ist wichtig für die Regeneration der Nervenzellen im Gehirn, aber auch für den Hormonhaushalt, das Immunsystem und nicht zuletzt für den ganzen Bewegungsapparat. Wir verbringen ein Drittel unserer Lebenszeit im Bett. Guter Schlaf hat enorme Auswirkungen auf unsere Lebensqualität und unsere Gesundheit. Man kann sagen: Schlaf ist die wichtigste und günstigste Medizin für alle Menschen.

Was raten Sie Patienten mit Wirbelsäulenproblemen? Tatsache ist, dass die Wirbelsäule kein starres Organ ist und gewisse Abweichungen und Krümmungen durchaus toleriert werden. Sonst hätten unsere Vorfahren in den Höhlen auf steinigem Boden wohl kaum überlebt. Viel wichtiger als kerzengerade im Bett zu liegen ist die natürliche Positionsänderung des Körpers während der Nacht. Die muss ohne Kraftanwendung möglich sein. Natürlich gehört zum guten Schlaf auch eine ergonomisch optimale und komfortable Liegeposition. Anbieter von Schlafsystemen setzen deshalb auf Anpassungsmöglichkeiten in der Unterfederung. Dabei geht es zum Beispiel um den Knieknick und eine leichte Rückenhochstellung.

Was kann man tun, um besser zu schlafen? Die Tatsache, dass der Bandscheibeninnendruck bei bestimmten Körperpositionen und bei bestimmten Bewegungen wie zum Beispiel bei der Rotation im Bett stark zunimmt, hat für mich die größte Bedeutung. Die Matratze darf nicht zu weich sein, um so die Mobilität im Bett zu unterstützen. Allerdings soll die Matratze auch nicht zu hart sein, um Druckstellen oder gar Schmerzen zu vermeiden. Wichtig für gutes Liegen ist also die richtige Balance zwischen Druckentlastung und Unterstützung.

Worauf achtet der erfahrene Mediziner beim Bettenkauf? Wissenschaftliche Daten sowie praktische Erfahrungen mit Patienten wie sie auch die Traditionelle Chinesische Medizin kennt in Kombination mit gesundem Menschenverstand führen aus meiner Sicht zu den besten Resultaten. Vor einiger Zeit hatte ich selbst einen Bandscheibenvorfall. Dabei konnte ich feststellen, dass das Drehen in einem Bett mit zu weicher Unterlage am meisten Schmerzen auslöste. Diese Schmerzen kann man sich ersparen, wenn man das passende Bett mit der richtigen Matratze kauft, bei denen die wissenschaftlichen Erkenntnisse über gesunden Schlaf bereits berücksichtigt sind.

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.