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13. Mär 2024

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Gesundheit

Lungenkrebs kann heute zu einer längerfristig chronischen Erkrankung werden – Interview von Prof. Dr. Bernd Schmidt

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Foto: Presse

Leider gibt es keine eindeutigen Warnzeichen für Lungenkrebs. Anhaltender Husten, manchmal Schmerzen, unklare Müdigkeit oder Gewichtsverlust können Hinweise sein, oft wird Lungenkrebs jedoch erst durch Metastasen sichtbar.

In den letzten Jahren ist eine Zunahme der Lungenkrebsfälle bei Frauen und eine Abnahme bei Männern zu beobachten, insgesamt mit langsam steigender Tendenz. Derzeit erkranken jährlich mehr als 56.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Auslöser sind weit führend das Rauchen, aber auch erbliche Faktoren, Schadstoffe am Arbeitsplatz und in der Atemluft sowie chronische Entzündungen.

Die Behandlung der verschiedenen Formen von Lungenkrebs ist sehr unterschiedlich. Neben der Ausdehnung spielt das Ausgangsgewebe (z.B. kleinzellig oder nicht-kleinzellig) eine Rolle. Grundsätzlich werden bei lokal begrenzten Tumoren Operationen oder Bestrahlungen eingesetzt, bei fortgeschrittenem, metastasiertem Lungenkrebs Medikamente. Die Therapiekonzepte erfordern die Expertise von Tumorkonferenzen mit allen Fachdisziplinen. Die umfangreichen fachlichen Anforderungen werden in den rund 80 zertifizierten Lungenkrebszentren jährlich von der Deutschen Krebsgesellschaft überprüft.

Bei früh erkanntem Lungenkrebs kann durch eine Operation eine vollständige Heilung erreicht werden. Je ausgedehnter der Tumor ist, desto höher ist das Rückfallrisiko, bei metastasiertem Lungenkrebs ist eine Heilung nicht mehr möglich. Wir können die Krankheit aber oft wirksam zurückdrängen und Lungenkrebs von einer kurzfristig tödlichen zu einer längerfristig kontrollierten chronischen Erkrankung machen.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.