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20. Jun 2022

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Gesellschaft

Ob heizen oder kühlen – ein Gerät reicht

Journalist: Pia Rische

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Foto: Sigmund/unsplash

Eine Lösung und viele Funktionen. Mithilfe der passenden Wärmepumpe, kann nicht nur effizient geheizt, sondern auch im Sommer angenehm gekühlt werden.

Ob Neubau, Sanierung oder einfach der Wunsch nach einer neuen, umweltfreundlicheren Heizung – eine Wärmepumpe kann genau die richtige Lösung für verschiedene Ausgangssituationen sein!

Wärmepumpen sind eine nachhaltige Technik, die in Neubauten bereits Standard ist. Für die Sanierung älterer Häuser bietet sich eine Wärmepumpe aber ebenfalls gut an, da es eine sehr umweltfreundliche Art ist, ein Gebäude mit warmem Wasser und Wärme zu versorgen.

Gut zu wissen: Wenn Sie ihre alte Ölheizung ersetzen möchte, kann dies mit bis zu 45 % Zuschuss gefördert werden. Wird ein Gaskessel ersetzt, können 35 % der Kosten erstattet werden. Es lohnt sich, da eine große Menge des Energieverbrauchs im Haushalt auf die Heizungsanlage zurückgeführt werden kann.

Eine Wärmepumpe dient allerdings nicht nur als Heizung, sondern kann auch im Sommer zur Kühlung des Hauses beitragen. Dafür gibt es verschiedene Bauarten, die abhängig von den Umgebungsfaktoren eingesetzt werden. Beispielsweise kann die Fußbodenheizung im Sommer mit kaltem Wasser versorgt und somit zur Kühlung des Hauses umfunktioniert werden. Besonders angenehm ist diese Lösung im Vergleich zu einer Klimaanlage, da sie keinerlei Geräusche macht, keine Zugluft durchs Haus fegt und zudem noch äußerst effizient ist.

Allerdings wird nicht immer eine Fußbodenheizung benötigt, um ein Haus energieeffizient heizen zu können. Besonders im Altbau kann eine passende Lösung gefunden werden, ohne komplette Fußböden, Wände oder Dächer zu sanieren.

Wärmepumpen benötigen Strom lediglich als Antriebsenergie und zählen daher zu den zukunftssicheren und effizienteren Lösungen als Heizungen, die auf Basis von fossilen Brennstoffen fungieren. Außerdem läuft das Heizen dann unabhängig von Energiepreisen – die jährlich steigen – da die Abgabe nur im Wärmebereich mit fossilen Brennstoffen anfällt. Zudem kann pro Jahr auch noch einiges an CO2 eingespart werden!

Außerdem erwähnenswert: Eine sehr hilfreiche Kombination mit Wärmepumpen sind Photovoltaikanlagen. In diesem Fall kann die Wärmepumpe mit dem selbst produzierten Strom vom eigenen Dach versorgt werden und trägt somit zu einer noch umweltfreundlicheren Erzeugung von Warmwasser und Wärme im Haus bei. Daneben kann auch die Kombination mit bereits bestehenden Solarthermieanlagen eingesetzt werden.

Neben Heiz- und Kühlfunktion können moderne Haustechnikkombinationen zusätzlich dafür sorgen, dass das Haus mit ausreichen Frischluft versorgt wird. Die kontrollierte Be- und Entlüftung im Gebäude kann somit sichergestellt werden. All das funktioniert häufig schon mithilfe eines einzigen Gerätes!

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.