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1. Okt 2024

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Gesundheit

Schöne Haut in jedem Alter – mit Dr. Yael Adler

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Fleur Kaan/unsplash

Schöne Haut ist etwas sehr Anziehendes. Die Kleider können noch so edel, der Schmuck noch so teuer sein – ohne schöne Haut ist beides wirkungslos. Hautexpertin Dr. med. Yael Adler weiß, wie man sie ein Leben lang gut pflegt.

adler_21061-wp_online.jpg Dr. Yael Adler, Dermatologin

Die Hautpflege sollte sich an den Bedürfnissen der Haut orientieren. Ist sie schuppig, fettig, viel Kälte ausgesetzt, viel im Wasser? „Um eine gute Basis zu schaffen, sind vorbeugender Sonnenschutz bereits in der Jugend, gute Ernährung und eine gesunde Lebensweise entscheidend“, sagt Dr. Yael Adler, Hautärztin und Buchautorin. Grundsätzlich ist täglicher Sonnenschutz ein Muss, wobei Sonnencreme, die Octocrylen enthält, vom Vorjahr nicht mehr verwendet werden sollte, da dieser Filter in alter Sonnencreme hormonell wirksam und Allergie auslösend werden könnte. „Ab etwa 50 Jahren wird die Haut von Frauen merklich trockener, dann kann eine bioidentische Hormonersatztherapie sinnvoll sein, die gegen viele Beschwerden hilft. Haut und Schleimhäute werden damit besser durchblutet, und Kollagen bleibt länger erhalten.“ Ab dem 60. Lebensjahr steht die Behandlung von Sonnenschäden im Vordergrund.

„Um die Haut geschmeidig zu halten, hilft unraffinierte, kaltgepresste Sheabutter mit Vitamin A und E und hautähnlichen Lipiden. Wer eine Körperlotion bevorzugt, greift am besten zu einer Lotion mit Sheabutter, weiteren hautähnlichen Lipiden und Harnstoff“, rät die Dermatologin. Die Haut bleibt auch länger schön, wenn man sie nicht mit einem Duschgel mit Konservierungsstoffen, Parfüm, Schaum und Glitzer schrubbt, sondern einfach mit warmem Wasser abspült. Für die „riechenden“ Stellen eignet sich am besten ein mildes Waschmittel aus Zucker- und Kokostensiden mit pH von ca. 5.

Für eine schöne und gesunde Haut sind alle Vitamine wichtig, die unser Körper haben sollte. Am besten lässt man sein Blut auf Vitamine, Mineralstoffe und Omega-Fettsäuren untersuchen. Das ist allerdings überwiegend keine Kassenleistung. Auf dem Teller sollte wenig Zucker und wenig Salz landen, dafür ausreichend bunte Pflanzenkost. Vitamine, Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren und reichlich Eiweiß (gern auch aus pflanzlichen Quellen). Gegebenenfalls kann man mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen. Wichtig sind auch ein guter Eisenspiegel und eine gut funktionierende Schilddrüse. Für eine gesunde Darmflora werden mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag empfohlen.

„Das Strukturprotein Kollagen in „hydrolysierter Form“ sowie 10 Stunden lang ausgekochte Knochenbrühe sind unterstützende Getränke für Gelenke, Knochen und Bindegewebe, dazu Vitamin C – etwa aus der frischen Petersilie“, sagt Dr. Adler. „Die Haut wird besser mit Feuchtigkeit versorgt, wirkt „aufgepolstert“, und bleibt spürbar elastischer und geschmeidiger.“ Kollagen ist ein tierisches Produkt, das inzwischen auch aus Eierschalen angeboten wird. Veganer müssen die entsprechenden Aminosäuren Glycin, Lysin, Prolin aus pflanzlicher Alternative aufnehmen. Damit es gut wirkt braucht man Vitamin C, Chlorophyll, Silizium und Zink. Als Nahrungsergänzungsmittel rät Dr. Adler zudem zu Vitamin D mit K2, Selen, Omega-3-Fettsäuren. Viele Frauen profitieren auch von Zink, Magnesium, Biotin, Coenzym Q10, Eisen, B-Vitaminen – speziell Veganer von Vitamin B12. Täglich ein bis zwei Gramm Eiweiß sollten auch nicht vergessen werden.

„Damit die Haut gut versorgt ist und lange schön bleibt, sind auch seelisches Wohlbefinden, gesunder Schlaf, Sport, Entspannung und körperliche Reize wie Sauna und Eisbaden. Für eine wunderschöne Haut bis ins hohe Alter kann man also eine ganze Menge tun!“

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.