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7. Apr 2021

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Gesellschaft

Selbst designt und online bestellt

Journalist: Theo Hoffmann

Viele MöbelkäuferInnen stoßen in ihren Heimen auf komplexe Maß-Anforderungen. Sie sind auf Einzelanfertigungen angewiesen, die gar nicht teuer sein müssen.

Was Möbeldesigner können, kann man als Laie mit Hilfe guter Programme zu großen Teilen schon selbst. Voraussetzung ist natürlich, dass man weiß, was man will. Und man sollte Maß nehmen können, damit ein online bestelltes Möbel nach individuellen Vorgaben dann auch wirklich passt. So etwas ist ungemein praktisch, denn manche handels-üblichen Schrank- oder Regalgrößen sind daheim nun mal nicht immer passend. Da steht ein Heizkörper im Weg oder ein Mauervorsprung oder es stört ein schräger Erker und behindert die Platzierung eines Möbels. Würde man daraufhin einen Tischler beauftragen, der ein Einzelstück in seiner Werkstatt baut und für jeden Extrawunsch Aufschläge verlangt, wäre man unter Umständen gleich viel Geld los. 

Programme, die für einen Laien durchaus zu verstehen und zu bedienen sind, helfen beim „selbstgemachten“ Möbeldesign. Da kann man zum Beispiel in einem 3D-Online-Konfigurator Möbel designen und dabei Maße, Farben und Material genau festlegen. Das ist ein Gewinn für all jene, die bislang von einem zum nächsten Möbelhaus gewandert sind und sich hier über billiges Pressholz, dort über unschöne Beschichtungen und anderswo über unpassende Farben der Möbel geärgert haben.

Die Module für individuelle Design-Skizzierungen des Endverbrauchers werden für die Herstellung zuweilen in unterschiedlichen europäischen Möbelmanufakturen produziert. Und was die Wahl des Holzes betrifft, so versichern viele Anbieter, dass sie aus-schließlich hochwertiges, FSC-zertifiziertes Holz aus Europa verwenden. Auch bei der Wahl der Lacke möchte ein umweltbewusster Kunde ein Wörtchen mitreden. Wir verfügen ja schließlich über eine Vielzahl umweltverträglicher Lacke, die zwar ein bisschen mehr kosten, aber ein ruhigeres Gewissen garantieren. 

Gerade jetzt beim Frühjahrsputz fällt vielen die alte Rumpeltruhe oder der wacklige, vor vielen Jahren einmal aus einzelnen Bauteilen zusammengesteckte Schrank mit pappigen Rückwänden auf die Nerven. Da heißt es „ausmisten“, nicht nur, was die Inhalte der überfüllten Schränke betrifft. Ein neues, selbst gestaltetes Möbelstück sorgt schnell für frischen Wind in den eigenen vier Wänden. Warum also nicht eigene Möbelwünsche am Rechner designen und über professionelle Schreiner- und/oder Polsterhandwerker mit modernster Technologie herstellen lassen? 

Das ist oft viel preiswerter, als man so er-warten würde. Und man hat dabei die Wahl zwischen Dekor, Größe und Ausstattung der Möbel. Egal, ob es sich um Schränke und Regale nach Maß ohne oder mit Abschrägung handelt, um Eckschränke, Badmöbel nach Maß, Sideboards, Betten oder Sofas, Kommoden, Schiebetürensysteme oder begehbare Kleiderschränke, den Traum vieler Traum-heim-Bewohner.

Um beim Designen und Bestellen auch wirklich auf Nummer Sicher zu gehen, kann man vorab sogar kostenlos Musterdekore anfordern. Das hilft bei Holz- oder Lack-arten oder Gläsern, wenn man sich zum Beispiel zwischen glänzenden oder saturierten Echtglas-Fronten entscheiden möchte. Die Bauteile eines Möbelstücks kann man getrennt nach Front und Korpus zusammenstellen. Von weiß über grau bis schwarz stehen Farben zur Wahl oder verschiedene Holzdekor-Arten wie gekälkte Pinie, Ahorn, Buche Toskana, Wildeiche, Eiche Country, Buche Kirschbaum, Eiche Sonoma, Merano Braun. Viele Möbelliebhaber mögen aber auch Echtholzfurniere aus Ast- oder Balken-Eiche oder gleich Massivholz aus Buche oder Eichenholz. Das ist immer eine Frage des Geschmacks und am Ende natürlich auch ein wenig der Kosten. Man kann sich bei einem guten Anbieter aber stets darauf verlassen, dass die besten Werkstoffe gewählt und nach Maßgaben echten Schreinerhandwerks millimetergenau verarbeitet werden. 

Klar, dass solche Möbel nach eigenen Vorstellungen auch Detailwünsche er-füllen sollten. Zum Beispiel verstellbare Sockelfüße zum Ausrichten von Schränken, Materialstärken von bis zu 25 mm, Kleiderstangen mit Metallträgern oder Rückwände, die mit hochwertigen Metallverbindern verschraubt werden. Manche KundInnen findet auch klasse, wenn offene Schnittkanten mit ABS-Kanten verschlossen und gerundet werden und nach Jahren keine Abnutzungserscheinungen aufweisen. Stabile Einlegeböden mit Zusatzhaken und Lochrastern und haltbare Markenscharniere mit 3-Wege-Verstellungen sind weitere Klassiker.

Wer es ganz schick haben möchte, kann seinen Schrank mit akkubetriebenen LED-Leuchten ausstatten, die über einen Bewegungsmelder geschaltet sind und jedes Suchen in dunklen Schrankecken verhindern. Oder wie wäre es mit einem auszieh-baren Kleiderbügelhalter, der bis zu zehn Kilo tragen kann und mit dessen Hilfe man seine Kleidung frontal in seinen Schrank einhängt? Ausziehbare Krawatten- und Gürtelhalter auf kugelgelagerten Lauf-schienen aus Aluminium sind ein weiterer „Schrei“ bei den Zutaten selbst designter Möbel. Die Kunststoffteile sind aus mit grauer Glasfaser verstärktem Nylon, die Schiene in silbern eloxiertem Aluminium. Wer es mag, kann auf beiden Seiten seines Schrankes Frontal-Hosenaufhänger bestellen, die aufgrund zweier Teleskoprohre in der Breite verstellbar sind.

Man muss nicht befürchten, beim selbst erstellten Design und einer Online-Bestellung bei der Qualität ein Risiko ein-zugehen, denn bei namhaften Firmen in nahegelegenen Produktionsstandorten kann auf außergewöhnliche Qualität und Innovationsfähigkeit vertraut werden. Für gute Anbieter ist eine kostenlos angebotene Garantieleistung bis zu fünf Jahren nach dem Erwerb auf alle Produkte längst eine Selbstverständlichkeit.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.