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30. Dez 2024

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Gesundheit

Vitaler Winter – so stärken Sie das Immunsystem – ein Beitrag von Dr. Bernhard Junge-Hülsing

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Presse

Die Wintermonate stellen besondere Anforderungen an unsere Gesundheit: Kälte, trockene Luft und enger Kontakt in Innenräumen fördern Atemwegserkrankungen. Mit einfachen Maßnahmen können wir jedoch vital und gesund bleiben, weiß Dr. Junge-Hülsing, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der HNO-Ärzte in Bayern und Pressesprecher des Deutschen HNO-Berufsverbandes

Die dunkle Jahreszeit ist für viele Menschen eine Zeit der Besinnung, aber auch der besonderen gesundheitlichen Anforderungen. Winterdepressionen gelten als bekanntes Phänomen: Weniger Tageslicht und kürzere Tage können die Stimmung trüben und das Immunsystem schwächen. Eine gute Lichtversorgung, sei es durch Spaziergänge bei Tageslicht oder durch die Verwendung von Tageslichtlampen, kann hier Abhilfe schaffen. Ebenso benötigen wir jetzt ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Frauen benötigen physiologisch etwas mehr Schlaf als Männer, um optimal regenerieren zu können – das sollte im Winter besonders berücksichtigt werden.

Für ein starkes Immunsystem ist Vitamin D ein wichtiger Baustein. Da wir es im Winter kaum über Sonnenlicht aufnehmen, empfehle ich eine Supplementierung. Präparate wie Dekristol können den Vitamin-D-Spiegel stabil halten. Dabei ist die Dosierung individuell: Ob täglich 1.000 Einheiten oder wöchentlich 20.000, entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Zusätzlich stärkt eine Ernährung mit saisonalem Obst, Gemüse und angereicherten Lebensmitteln die Abwehrkräfte. Kleine Änderungen in der Ernährung können so großen Einfluss haben. Trockene Luft und Kälte strapazieren die Atemwege. Gegen trockene Schleimhäute helfen ausreichend Flüssigkeit – etwa in Form von Tee – sowie ein moderates Raumklima. Temperaturen von 19 bis 20 Grad sind optimal. Niedrigere Temperaturen schonen die Atemwege und verbessern die Thermoregulation.

Bewegung an der frischen Luft stärkt nicht nur die körperliche Abwehr, sondern hebt auch die Laune. Winterspaziergänge oder moderates Training im Freien fördern die Stimmung und senken das Risiko depressiver Verstimmungen. Wichtig sind wetterangepasste Kleidung und gutes Schuhwerk, um warm und trocken zu bleiben. Zur Infektionsprävention rate ich stets, individuelle Maßnahmen zu berücksichtigen. Besonders bei Long Covid oder chronischen Erkrankungen wie COPD ist eine frühzeitige Therapie wichtig. Das weiß auch Schauspieler Christian Kahrmann, der hier im Interview seinen erfolgreichen Kampf nach einer Covid-Erkrankung zurück ins Leben beschreibt. Grippeimpfungen können für Risikogruppen sinnvoll sein, während gesunde Menschen den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts folgen sollten.

Die Ernährung bleibt ein Grundpfeiler der Gesundheit. Frische, ausgewogene Kost bietet einen soliden Basisschutz und sorgt für eine gute Darmflora. Auch Genussmomente wie Glühwein oder Lebkuchen dürfen nicht fehlen – sie tragen zur Lebensfreude bei und bereichern die kalte Jahreszeit. Eine gute Balance zwischen gesunder Ernährung und bewusstem Genuss stärkt Körper und Geist gleichermaßen. Der Winter bietet außerdem die Gelegenheit, Gewohnheiten zu überdenken. Initiativen wie der „Veganuary“ oder „Dry January“ setzen Impulse, um den Lebensstil bewusster zu gestalten. Ich kann selbst von positiven Effekten durch persönliche Zielsetzungen berichten – für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden. Mit kleinen, aber effektiven Veränderungen erleben wir den Winter gesund und gestärkt. Nutzen wir die kalte Jahreszeit als Chance für mehr Bewusstsein und starten mit neuer Energie ins Frühjahr.

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.