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19. Sep 2025

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Gesundheit

Wenn Kinder stürzen – Erste Hilfe, die Vertrauen schafft

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: rdne/pexels

Unfälle gehören zum Alltag von Kindern. Entscheidend ist, wie ihre Wunden versorgt werden – und ob sie selbst lernen, im Notfall zu helfen.

Kinder sind ständig in Bewegung. Sie rennen los, klettern höher, springen weiter – und fallen dabei öfter, als es Eltern lieb ist. Was bleibt, sind Schürfwunden, kleine Schnitte oder blaue Flecken. Meist ist das kein Grund zur Sorge. Doch auch harmlose Verletzungen können problematisch werden, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Nach amtlichen Krankenhausdaten wurden 2016 in Deutschland rund 247.300 Kinder und Jugendliche wegen Verletzungen stationär behandelt. 2023 verzeichnete die Statistik 1,78 Millionen Verletzungsfälle über alle Altersgruppen.

Die Grundregeln der Wundversorgung sind simpel, aber entscheidend. Zuerst die Hände gründlich waschen, damit keine Keime in die Haut gelangen. Dann die Wunde mit sauberem Wasser ausspülen, um Schmutz zu entfernen. Anschließend die Stelle abdecken, damit ein feuchtes Milieu entsteht, das die Heilung unterstützt. Und schließlich die Wunde beobachten: Wenn sie sich rötet, warm wird oder pocht, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden. Diese vier Schritte verhindern oft, dass aus einer kleinen Verletzung eine große Belastung wird.

Während in Deutschland Ärzte und Apotheken fast überall erreichbar sind, sieht die Realität in vielen Regionen anders aus. Dort entscheidet die Erstversorgung über den Heilungsverlauf. Deshalb setzen internationale Organisationen seit Jahren auf Aufklärung. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hat Leitlinien entwickelt, die in mehr als 190 Ländern genutzt werden. Ihre Partner führen Schulungen durch, oft direkt in Schulen oder Gemeindezentren. Kinder lernen dort spielerisch, was zu tun ist, wenn jemand stürzt oder sich schneidet.

Die Grundregeln der Wundversorgung sind simpel, aber entscheidend: Hände gründlich waschen, die Wunde säubern, abdecken und beobachten – so wird aus einer kleinen Verletzung oft keine große Belastung.

UNICEF arbeitet parallel dazu daran, die Basisbedingungen für Heilung zu sichern: sauberes Wasser, Seife und Zugang zu einfacher medizinischer Hilfe. Denn ohne Hygiene steigt das Infektionsrisiko rapide. Studien im „Journal of Global Health“ belegen, dass einfache Hygienemaßnahmen die Zahl infizierter Wunden bei Kindern in einkommensschwachen Regionen um bis zu ein Drittel senken können. Auch in Europa wird die Bedeutung früher Erste-Hilfe-Erfahrungen betont. Eine Untersuchung der Universität Wien ergab, dass mehr als zwei Drittel der befragten Grundschulkinder nach einer kurzen Schulung bereit waren, im Ernstfall aktiv zu helfen. Dieses Wissen stärkt das Selbstvertrauen und entlastet Erwachsene, die nicht immer sofort zur Stelle sind.

Beispiele aus Nepal zeigen, wie groß der Effekt sein kann. Dort stattete das Rote Kreuz Schulen in ländlichen Regionen mit Erste-Hilfe-Sets aus. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der unbehandelten Infektionen spürbar. Gleichzeitig nahmen Kinder das Gelernte mit nach Hause und gaben es an Geschwister und Eltern weiter. So werden aus kleinen Helfern wichtige Multiplikatoren. Weltweit wächst damit eine Generation heran, die gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen. Wundversorgung ist kein Randthema, sondern Teil einer größeren Aufgabe: Kindern Sicherheit zu geben – egal ob auf dem Pausenhof, in einem Dorf in Indien oder in einem Krisengebiet Afrikas. Die Mittel sind einfach: Wasser, saubere Hände, ein Verband – die Wirkung ist groß.

Frühe Erste-Hilfe-Erfahrungen stärken das Selbstvertrauen von Kindern und entlasten Erwachsene – ein Wissen, das in Schule, Familie und Alltag gleichermaßen wirkt.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.