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19. Sep 2025

Vom Kinderwunsch zum Familienglück– Ein Beitrag von Sebastian Heimann, Bundesgeschäftsführer, Deutscher Familienverband e.V.

Kinderglück. Kaum ein Begriff ist so positiv aufgeladen, so tief mit Hoffnung, Liebe und Zukunft verbunden. Kinderglück beginnt oft lange bevor das erste Kinderlachen durchs Haus hallt – nämlich mit dem Wunsch, Eltern zu werden. Doch der Weg zum Kinderglück ist so individuell wie die Familien selbst. Am Anfang steht ein Herzenswunsch: das eigene Kind. Doch für viele Paare ist die Erfüllung dieses Wunsches nicht selbstverständlich. Während andere europäische Länder längst fortschrittliche Lösungen anbieten, herrscht hierzulande eine Gesetzgebung aus einer anderen Zeit. Die Diskussion um reproduktionsmedizinische Verfahren wie die Eizellspende muss neu geführt werden – offen, ethisch verantwortlich und zukunftsgewandt. Es ist höchste Zeit, die Förderung von Kinderwunschbehandlungen auszubauen und realitätsnah zu gestalten: Mit höheren Zuschüssen, weniger Bürokratie und einem angemessenen Behandlungsalter, das heutigen Lebensrealitäten gerecht wird. Ist das Kind dann unterwegs, beginnt eine Phase großer Veränderungen. Aus einem Paar wird eine Familie. Die Schwangerschaft ist eine Zeit voller Vorfreude, aber auch voller neuer Fragen. Gerade rund um die Geburt braucht es Unterstützung – und zwar für beide Elternteile. Eine bezahlte Freistellung für Väter direkt nach der Geburt wäre ein starkes Signal: Für ein partnerschaftliches Elternsein von Anfang an. Denn Familienglück lebt vom gemeinsamen Erleben – von den kleinen, besonderen Momenten des Alltags, die sich tief ins Herz eingraben. Von der ersten Berührung bis zum ersten Schritt. Kinder zu begleiten heißt auch, sie zu erziehen – liebevoll, konsequent, individuell. Ziel ist nicht die perfekte Anpassung, sondern ein starker Charakter. Oder, wie Goethe es so schön formulierte: „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Christliche Werte, die Halt geben, und Freiräume, die zur Entfaltung einladen. Das ist die Balance, die Erziehung heute leisten muss. Doch Kinderglück braucht mehr als Liebe und gute Absichten. Es braucht Zeit, finanzielle Sicherheit und ein familiengerechtes Umfeld. Für den Staat und die Gesellschaft muss es deshalb heißen: Familien zuerst! Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt weiterhin eine der größten Herausforderungen. Das Elterngeld muss beim Minimal- und Maximalbetrag erhöht werden. Seit Jahrzehnten herrscht hier Stillstand. Und langfristig: Eine Elternrente, die der Standardrente entspricht. Erst auf diese Weise wird die Lebensleistung von Müttern und Vätern endlich anerkennt. Denn wer Kinder großzieht, investiert in die Zukunft unserer Gemeinschaft. Kinderglück ist kein Privileg. Es ist ein Recht – für Kinder wie für Eltern. Es ist ein Ausdruck einer lebensbejahenden Gesellschaft. Damit Kinder gut aufwachsen können und Familien sich getragen fühlen, braucht es verlässliche Strukturen und den politischen Willen, Familien in all ihrer Vielfalt zu unterstützen. Es geht nicht nur um das einzelne Glück, sondern um unser aller Glück. Wenn wir als Gesellschaft Familien ins Zentrum stellen, gewinnen wir alle – heute und morgen. >Kinder zu begleiten heißt auch, sie zu erziehen – liebevoll, konsequent, individuell. Ziel ist nicht die perfekte Anpassung, sondern ein starker Charakter.

11. Jul 2025

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Gesundheit

Chronische Krankheiten: Zukunft der Gesundheitsversorgung – Ein Beitrag von Dr. Bettina Zippel-Schultz und Dr. Anne Neumann, Deutsche Stiftung für chronisch Kranke

Chronische Erkrankungen wie Adipositas, Rückenschmerzen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffen Millionen Menschen – häufig ein Leben lang. Sie beeinflussen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch das soziale und psychische Wohlbefinden sowie das familiäre Umfeld. Damit Menschen mit chronischen Erkrankungen am Arbeitsleben lange und gut teilnehmen können, müssen deren Bedürfnisse akzeptiert und manchmal so-gar Arbeitsplätze an diese angepasst werden. Aufgrund des demografischen Wandels nimmt die Zahl der Betroffenen kontinuierlich zu: Mehr als zwei Drittel der über 65-Jährigen leben mit mindestens einer chronischen Erkrankung – etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für die Betroffenen bedeutet eine chronische Erkrankung wiederholte Arztbesuche, teils langwierige Anfahrtswege und die Koordination zahlreicher Fachbereiche. Die medizinische Versorgung ist dadurch oft lückenhaft – wichtige Informationen fehlen oder kommen zu spät. Digitale Anwendungen, wie elektronische Patientenakten oder telemedizinische Lösungen, können Prozesse vereinfachen und Versorgungslücken schließen. Sie ermöglichen den Austausch zwischen Behandelnden und eine koordinierte Versorgung. Doch nicht nur das Gesundheitssystem, auch die Betroffenen selbst sind gefragt. Bei chronischen Erkrankungen ist effektives Selbstmanagement ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Viele Patientinnen und Patienten entwickeln über die Jahre hohe Kompetenzen im Umgang mit ihrer Krankheit und erkennen, wie sie aktiv zu einem stabileren Verlauf beitragen können. Dabei können digitale Technologien gezielt unterstützen: Apps, tragbare Geräte (Wearables) oder virtuelle Gesundheitsassistenten helfen, Symptome zu erfassen, Therapien zu steuern und Rückmeldungen in Echtzeit zu geben. Bei Herzinsuffizienz etwa verändern digitale Lösungen die Versorgung grundlegend. Fernüberwachung, digitale Gesundheitsanwendungen und Künstliche Intelligenz ermöglichen eine engmaschige Kontrolle von Symptomen und Vitalwerten und erlauben frühzeitige Anpassungen der Behandlung. Auch bei Adipositas können digitale Anwendungen das Therapiemanagement sinnvoll ergänzen. Zentral für den Erfolg digitaler Lösungen ist jedoch die Haltung der Betroffenen. Nur, wenn Patientinnen und Patienten sowohl ihre Erkrankung als auch digitale Hilfsmittel annehmen und akzeptieren, kann das Potenzial der Technik das eigene Gesundheitsverhalten wirkungsvoll unterstützen, den Betroffenen ein hohes Maß an Selbstbestimmung ermöglichen und echte Verbesserungen im Alltag erzielen. Die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke setzt sich für eine zukunftsorientierte, vernetzte und patienten-zentrierte Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen ein. In unseren Projekten werden unter anderem gemeinsam mit Patientinnen und Patienten digitale Lösungen entwickelt und getestet. Beispielsweise zielt das Projekt iCARE4CVD darauf ab, Schlüsselbereiche der derzeitigen Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern. Dazu zählt die bessere Frühdiagnose von Risikopatienten mit kardiovaskulären Erkrankungen und die Vorhersage, wie Einzelpersonen auf die Behandlung ansprechen werden, durch die Anwendung von KI-basierten Tools. iCARE4CVD wird unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101112022 von der Innovative Health Initiative Joint Undertaking (IHI JU) und Breakthrough T1D gefördert. >Für die Betroffenen bedeutet eine chronische Erkrankung wiederholte Arztbesuche, teils langwierige Anfahrtswege und die Koordination zahlreicher Fachbereiche. Die medizinische Versorgung ist dadurch oft lückenhaft – wichtige Informationen fehlen oder kommen zu spät. Digitale Anwendungen, wie elektronische Patientenakten oder telemedizinische Lösungen, können Prozesse vereinfachen und Versorgungslücken schließen.